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Bereit für Veränderung? Ein Blick auf den Change Readiness Check

Inhalt

Veränderungen in einem Unternehmen zu initiieren und erfolgreich umzusetzen, ist keine leichte Aufgabe. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um technische Veränderungen (z.B. SAP-Einführung) oder strukturelle Änderungen (Bereichsveränderungen) handelt. Besonders für Projektleiter und Führungskräfte auf C-Level-Ebene, die mit technisch anspruchsvollen Projekten konfrontiert sind, bringt dies oft eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich. Die Unsicherheit darüber, wie sich Veränderungen auf verschiedene Interessengruppen auswirken werden, gepaart mit dem Risiko, unvorbereitet in die Umsetzung zu starten, kann zu erheblichen Problemen führen. Hier setzt der „Change Readiness Check“ an, ein Instrument, das es ermöglicht, die Organisation im Vorfeld auf Veränderungen vorzubereiten und mögliche Stolpersteine frühzeitig zu identifizieren.

1. Was ist Change Readiness?

1.1. Definition von "Change Readiness"

Change Readiness bezieht sich auf die Fähigkeit einer Organisation, Veränderungen erfolgreich zu bewältigen. Es geht dabei nicht nur um die technischen Aspekte eines Projekts, sondern vor allem um die Bereitschaft der Mitarbeitenden und der Führungsebene, sich auf die Veränderungen einzulassen.

1.2. Wichtigkeit der Vorbereitung für Veränderungen

Die Vorbereitung auf Veränderungen ist entscheidend, um mögliche Widerstände aufzudecken, um entsprechend zu reagieren und den Erfolg eines Projekts zu gewährleisten. Eine gründliche Analyse der Veränderungsbereitschaft ist daher der erste Schritt, um etwaige Risiken zu erkennen und zu managen. Untersuchungen zeigen, dass etwa 60 Prozent der Projekte ohne begleitende Maßnahmen für Veränderungen scheitern. Im Gegensatz dazu haben Projekte, die proaktiv ein Change Management implementieren, eine Erfolgsquote von ungefähr 80 Prozent (vgl. Pricewaterhouse Coopers, 2012). Projekte werden oft gestartet, ohne zuvor einen guten Einblick in die Change-Bereitschaft zu erhalten. Der Change Readiness Check ermöglicht diesen Einblick auf einfache, effiziente und methodische Weise, was die Grundlage für eine erfolgreiche Projektumsetzung bildet.

1.3. Bedeutung von Veränderungsbereitschaft im Unternehmenskontext

Veränderungsbereitschaft ist nicht nur eine individuelle Eigenschaft, sondern auch eine kritische Komponente im Unternehmenskontext. Die Art und Weise, wie eine Organisation mit Veränderungen umgeht, kann über ihren langfristigen Erfolg entscheiden. Dabei ist es wichtig zu wissen, wo sich die Organisation in der Balance zwischen Veränderungsoffenheit und Konsolidierungsnotwendigkeit befindet.

2. Was ist der Change Readiness Check?

2.1. Erklärung des Change Readiness Checks

Der Change Readiness Check ist ein strukturierter Ansatz, um die Veränderungsbereitschaft einer Organisation zu bewerten. Er besteht aus einem systematischen Prozess, um die wichtigsten Elemente zu identifizieren, die den Erfolg oder Misserfolg von Veränderungen beeinflussen können. Er ist dabei ähnlich zu verstehen wie der Partnercheck vor einer Klettertour. Bevor man an den Fels geht, stellt man sicher, dass man die Ausrüstung richtig angebracht hat und alle Beteiligten für den Aufstieg bereit sind.

2.2. Bedeutung vom "Change Readiness Check" in Veränderungsprozessen

Der Change Readiness Check ist von entscheidender Bedeutung, da er dazu beiträgt, frühzeitig potenzielle Probleme zu erkennen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Akzeptanz und Effektivität von Veränderungen zu maximieren. Um im Bild des Kletterns zu bleiben: Ist der Kletterpartner erst einige Meter in der Höhe, ist es zu spät zu bemerken, dass das neue Sicherungsgerät doch etwas anders funktioniert als das bisher bekannte.

2.3. Schlüsselelemente des Change Readiness Checks

Der Change Readiness Check umfasst mehrere Schlüsselelemente, die eine umfassende Vorbereitung auf Veränderungen gewährleisten. Neben der Analyse der Unternehmenskultur (Offenheit, Fehlerkultur, Silodenken), der Identifikation von Schlüsselakteuren, der Bewertung der Kommunikationsstrategie und der Überprüfung der vorhandenen Ressourcen spielen auch der Change Impact und die Management Attention eine entscheidende Rolle.

Der Change Impact bezieht sich auf die Bewertung der Auswirkungen, die die geplanten Veränderungen auf verschiedene Aspekte des Unternehmens haben können, einschließlich Prozesse, Mitarbeiter, Technologie und Kundenbeziehungen. Diese Analyse ermöglicht es, potenzielle Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Veränderung zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Die Management Attention bezieht sich auf die Aufmerksamkeit und Unterstützung seitens des Managements für den Veränderungsprozess. Eine aktive Beteiligung und Unterstützung der Führungskräfte sind entscheidend, um den Wandel erfolgreich umzusetzen und etwaige Hindernisse zu überwinden. Durch die Sicherstellung einer klaren Führung und einer offenen Kommunikation seitens des Managements kann der Veränderungsprozess effektiv vorangetrieben werden.

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3. Der Prozess des Change Readiness Checks

3.1. Schritte bei der Durchführung des Change Readiness Checks

Der Prozess beginnt mit einer klaren Definition der anstehenden Veränderung und des Ziels des Checks für das Projekt. Es folgt die Datenerhebung, um eine fundierte Analyse durchzuführen. Die Ergebnisse werden dann interpretiert und in konkrete Handlungsempfehlungen umgewandelt.

Die Schritte des Change Readiness Checks

3.2. Beispiele für typische Fragen im Change Readiness Check

Der Change Readiness Check besteht aus einer Reihe von Aussagen, zu denen die ausfüllende Person Stellung beziehen kann. So wird deutlich, welche Haltungen und Informationen im Unternehmen vorliegen. Solche Aussagen sind beispielsweise:
„Das Management hat ein hohes Commitment zum Projekt.“

„Der Impact auf die normalen Arbeitsabläufe durch das Ergebnis des Projekts ist hoch.“

„Die Betroffenen des Projekts sind über ihre individuellen Veränderungen informiert.“

4. Fallstudien und Beispiele

4.1. Praktische Anwendungen von Change Readiness Checks

In der Praxis bewährt sich der Change Readiness Check in verschiedenen Branchen. Von der Einführung neuer Technologien bis zur Umstrukturierung von Teams – die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.

4.2. Beispielhafte Anwendungen des Change Readiness Checks

Bei einem Tochterunternehmen soll wie schon im Mutterkonzern SAP eingeführt werden. Der Change Readiness Check wird bei den Stakeholdern und Key Usern, sowie dem Projektteam durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits ausreichend Klarheit über die Ziele des Projekts vorliegen, aber die Rollenverteilung im Projektteam bisher unklar ist. Außerdem wird eine sehr harsche Fehlerkultur als Risiko von den Key Usern wahrgenommen. Aus diesen Informationen lassen sich Maßnahmen für das Projektmanagement sowie für das Change Management ableiten, um einen gelingenderen Projektverlauf zu gewährleisten.

4.3. Herausforderungen und Lehren aus realen Change-Initiativen

Nicht jeder Wandel verläuft reibungslos. Die Analyse von Herausforderungen und die Ableitung von Lehren aus realen Change-Initiativen bieten wertvolle Erkenntnisse. Häufig ist es bereits ein kultureller Unterschied, dass die von den Veränderungen betroffenen Personen bereits zu Projektstart eine Möglichkeit erhalten, ihre Sichtweise auf das Projekt wiederzugeben. Des Weiteren ermöglicht der Change Readiness Check einen umfassenden Einblick aus verschiedenen Perspektiven, angefangen bei den verschiedenen Stakeholdern bis hin zu den End Usern. Durch diese multiperspektivische Herangehensweise wird verhindert, dass Voreingenommenheiten (Confirmation Bias) Einfluss nehmen. Ein konkretes Beispiel hierfür ist der Confirmation Bias, bei dem Informationen so interpretiert werden, dass sie bereits vorhandene Überzeugungen bestätigen.

5. Tipps und Best Practices

5.1. Tipps zur Verbesserung der Veränderungsbereitschaft

Investieren Sie in Schulungen und Workshops, um die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeitenden zu stärken. Geben Sie vorher den Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Sorgen bzgl. der Veränderung zu äußern. Klare Kommunikation und regelmäßige Updates sind ebenfalls entscheidend und sollten gleichzeitig keine Informationseinbahnstraße sein.

5.2. Bewährte Methoden für ein effektives Change Management

Der Change Readiness Check stellt den Einstieg einer gelungenen Change Management-Strategie dar. Nutzen Sie bewährte Methoden wie Stakeholder-Analyse, Risikobewertung und regelmäßige Überprüfungen, um sicherzustellen, dass Widerstände genutzt werden können und nicht zu Show-Stoppern werden.

6. Zusammenfassung

6.1. Wichtige Erkenntnisse aus dem Change Readiness Check

Der Change Readiness Check ist der Einstieg in ein gelingendes Projekt und eine gewinnbringende Projektkultur. Er erfordert jedoch eine ganzheitliche Betrachtung, für die er selbst den Grundstein legt. Von der Analyse der Unternehmenskultur bis zur Integration von Feedback – jeder Schritt ist entscheidend. Und von diesen Schritten ist der Change Readiness Check der erste.

6.2. Abschließende Gedanken zur Vorbereitung auf Veränderungen

Die Vorbereitung auf Veränderungen ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess. Durch den Change Readiness Check wird dieser Prozess strukturiert und ermöglicht eine nachhaltige Veränderungsbereitschaft in der Organisation.

Insgesamt bietet der Change Readiness Check eine fundierte Grundlage, um Projektleiter und Führungskräfte im C-Level-Bereich bei der erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen zu unterstützen. Die sorgfältige Vorbereitung und Analyse im Vorfeld eines Projekts minimieren nicht nur Risiken, sondern legen auch den Grundstein für nachhaltigen Erfolg in einer sich ständig wandelnden Geschäftsumgebung.

Haben Sie weitere Fragen zum Change Readiness Check?

Vereinbaren Sie ein unverbindliches Webmeeting, in dem wir Ihnen gerne Ihre Fragen beantworten.

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Über den Autor
Maximilian Stark
Maximilian Stark
Max Stark ist als Psychologe, systemischer Berater und Mediator Teil des Teams Organisational Development. Gerade in hochkomplexen und konfliktären Situationen läuft sein schneller Kopf erst richtig los und bringt die Dinge nicht nur auf den Punkt, sondern auch noch drei Schritte voran.

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