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Verlängerte SAP ECC-Wartung bis 2027

SAP hat das Wartungsende für die SAP Business Suite 7 (inkl. SAP ECC 6) auf Ende 2027 verschoben. Eine optionale Extended-Wartung ist sogar bis Ende 2030 möglich (gegen eine um zwei Prozentpunkte höhere Pflegevergütung, versteht sich). Für SAP S/4HANA wurde sogar eine Wartungszusage bis mindestens Ende 2040 gegeben! Diese gilt für alle Varianten – sowohl OnPremise, Private als auch die Public Cloud. (SAP News)

Mittlerweile gibt es ein zusätzliches Angebot für eine Verlängerung des Wechsels in die Cloud (SAP Cloud ERP oder SAP Cloud ERP private) bis 2033: Die SAP ERP, private edition, transition option. Hierbei steht aber nicht der volle Umfang der Business Suite zur Verfügung, die weiterhin nur bis 2030 gewartet wird. Zur Nutzung des Angebots muss ein RISE with SAP-Vertrag abgeschlossen werden. (SAP News)

Wartungsverlängerung für SAP ECC 6: Was sind die Gründe?

SAP hat mehrfach auf die Realitäten des Marktes reagiert und die Wartung für SAP ECC 6.0 zuletzt bis Ende 2027 (optionale Extended Maintenance bis Ende 2030) verlängert. Der Grund ist offensichtlich: Trotz intensiver Kommunikations- und Migrationskampagnen ist die Zahl der produktiven SAP S/4HANA-Systeme weiterhin überschaubar. Viele Unternehmen befinden sich noch in der Evaluierungs- oder Vorbereitungsphase oder priorisieren andere strategische Projekte. Die vollständige Migration der Bestandskundenbasis bis 2025 war schon länger als unrealistisch eingeschätzt worden. Die verlängerte Wartung verschafft Kunden nun zusätzliche Zeit, ihre S/4HANA-Transformation sorgfältig zu planen und umzusetzen – sei es in der Public Cloud, Private Cloud oder als On-Premise-Lösung.

PIKON hat bislang (Stand 2025) bei mehr als 10 großen Kunden in verschiedenen Gesellschaften und unterschiedlichen Ländern (u.a. DE, Japan, China, Schweden, USA, Kanada, Südafrika, Luxemburg, Italien, Tschechien, Brasilien, Indien, etc.) auf SAP S/4HANA umgestellt, davon zwei in einem klassischen Conversion (Brownfield) Ansatz. Bei den anderen S/4HANA Einführungen haben sich die Kunden entweder für einen Greenfield oder hybriden Approach entschieden. Wir merken aktuell aber, dass das Interesse an einer Conversion steigt und auch unsere Bestandskunden, die noch auf einem ECC System sind, diesen Weg für eine Umstellung präferieren. Außerdem ist vermehrt zu spüren, dass viele Unternehmen aktiv Cloud-First oder Cloud-only-Strategien verfolgen, da die Cloud Angebote, wie z.B. die S/4HANA Public Cloud oder die Private Cloud, einen geringen Infrastrukturaufwand bieten und zunehmend als strategische Plattform für die digitale Transformation wahrgenommen werden. Innovation wie z.B. die Verwendung von KI im S/4HANA wird aktuell laut SAP fast ausschließlich in den Cloud-Lösungen vorangetrieben. 

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Künstliche Intelligenz in SAP S/4HANA

Das Video gibt anhand konkreter Business Cases einen ersten Überblick, wo die Reise bezüglich KI in S/4HANA hingeht und welche Vorteile die Nutzung mit sich bringt. 

Was ergibt sich aus der SAP ECC Wartungsverlängerung für Ihre eigene SAP S/4HANA Strategie?

Das Schreckgespenst 2025 ist jetzt auch offiziell vom Tisch, die Kunden können sich also vermeintlich entspannen. Die Wartungsverlängerung der SAP (für die SAP Business Suite bis 2030 und für SAP S/4HANA bis 2040) hat strategische Implikationen für Unternehmen. Die Verlängerung gibt zwar mehr Spielraum, bedeutet aus unserer Sicht aber nicht, dass Sie warten sollten. Im Gegenteil: S/4HANA Einführungen dauern i.d.R. mindestens 12-36 Monate je nach Anforderungen und Größe des Unternehmens. Wer 2027 beginnt, gerät zeitlich stark unter Druck. Daher ist unsere Empfehlung zeitnah starten und zumindest eine bewusste Entscheidung für die Vorgehensweise und den dafür passenden Zeitplan zu treffen.

Außerdem wird es ab 2027 definitiv teurer, nicht auf SAP S/4HANA zu sein! Der höhere Wartungsaufschlag sollte ab sofort in allen Business-Case Betrachtungen berücksichtigt werden. Zudem sollten Sie in Ihre Überlegungen Faktoren wie z.B. die Knappheit an erforderlichen Skills oder auch den Innovationsverlust einfließen lassen.

Unsere Erfahrung zeigt seit Jahren, dass es sehr schwierig ist, mit Technologieversprechen einen Business Case zu rechnen. Bei SAP S/4HANA ist es nicht anders: Höhere Geschwindigkeit und neue Oberflächen allein erzeugen noch keinen Nutzen bei der Fachseite.
Sieht man die Umstellung auf S/4HANA als ein rein IT-getriebenes Releasewechselprojekt, fällt es sehr schwer, die erforderlichen Investitionsfreigaben von den Entscheidern zu bekommen. 

S/4HANA als Trigger für Effizienzsteigerung durch Prozessoptimierung

Es bleibt dabei: Steigerungen von Effizienz, Transparenz und Qualität erzielt man in erster Linie durch Verbesserungen von Prozessen (Automatisierung, Beschleunigung, Verschlankung, Harmonisierung, Standardisierung), durch die Bereinigung von Daten (Qualität der Stammdaten und der Pflegeprozesse) sowie durch Organisational Development (Weiterentwicklung der Organisation, Optimierung der Zusammenarbeit, Implementierung eines Key-User-Konzepts und Optimierung der unternehmensinternen Kommunikation). S/4HANA ist ein wertvolles Tool – und manchmal auch nur der notwendige Trigger – für ein solches Business Reengineering, aber kein Ersatz dafür!

Daher unsere Empfehlung: Nutzen Sie den Zeitpuffer, um nicht nur technisch zu migrieren, sondern Prozesse neu zu denken, z.B. in Richtung Standardisierung, Automatisierung und Beschleunigung. Schauen Sie sich die neuen Funktionalitäten z.B. in Richtung KI im S/4HANA an, und überlegen Sie, wie Sie diese gewinnbringend in Ihrem Unternehmen einsetzen können. 

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Über den Autor
Jörg Hofmann
Jörg Hofmann
Jörg Hofmann ist Gründer und CEO der PIKON Deutschland AG. Die Schwerpunkte seiner Beratungstätigkeit liegen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in High-Tech Unternehmen, hier insbesondere im Controlling von komplexen Kundenprojekten mit Hilfe der SAP-Module PS (Projektsystem) und CO (Controlling). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Konzeption und Implementierung paralleler Rechnungslegung mit Hilfe des neuen Hauptbuchs.

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