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Ende der Compatibility Scope Nutzungsrechte zum 31.12.2025

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Die Uhr tickt: Zum 31.12.2025 laufen die Nutzungsrechte für große Teile des SAP S/4HANA Compatibility Scope aus. Viele Unternehmen sind davon stärker betroffen als ihnen bewusst ist – und genau hier beginnt das Risiko. Denn was als temporäre Brückentechnologie gedacht war, ist heute in vielen S/4HANA-Systemen produktiv verankert.

Wer jetzt nicht handelt, könnte schon 2026 in Compliance-, Betriebs- und Audit-Fallen geraten!

In diesem Artikel erklären wir, was auf Sie zukommt, wie Sie Ihr Risiko konkret bewerten und welche Handlungsoptionen sich für SAP-Verantwortliche und IT-Leitungen ergeben.

Was ist eigentlich der „Compatibility Scope“?

Beim Umstieg auf SAP S/4HANA hat SAP Unternehmen mit dem sogenannten Compatibility Scope eine Übergangslösung angeboten: Ausgewählte ERP-6.0-Funktionalitäten, die im neuen Datenmodell eigentlich nicht mehr vorgesehen sind, konnten weiterhin genutzt werden, allerdings befristet, wie SAP im Hinweis 2269324 definiert hat

Für viele war das damals ein Geschenk. Heute ist klar: Die Übergangszeit läuft ab.

Diese Fristen sollten Sie kennen

Die wichtigste Deadline ist eindeutig der 31. Dezember 2025.

Ab diesem Zeitpunkt dürfen die meisten Compatibility Scope Items nicht mehr produktiv genutzt werden. Es gibt einige Ausnahmen wie LE-TRA, CS, PP-PI oder bestimmte Cloud-Szenarien, die erst zum 31.12.2030 auslaufen.

Doch die meisten Unternehmen werden deutlich früher aktiv werden müssen. Denn SAP bietet keine individuelle vertragliche Verlängerung der Nutzungsrechte über diese Frist hinaus – außer im Rahmen spezieller Cloud-Subskriptionsmodelle.

Sind Sie vom Ende der Compatibility Scope Nutzungsrechte betroffen? So prüfen Sie es

Viele Unternehmen wissen gar nicht genau, ob sie noch Compatibility Scope Funktionen nutzen. Die Analyse ist jedoch einfacher als gedacht. SAP empfiehlt dafür u. a.:

  • S/4HANA Readiness Check
  • EarlyWatch-Reports in SAP for Me
  • Detaillierte Funktions- und Prozessanalyse im eigenen System

Ihre Handlungsoptionen: Wie geht es nach der Prüfung weiter?

Unternehmen haben im Kern zwei strategische Wege:

Option A: Migration auf voll unterstützte S/4HANA-Funktionalitäten

Der nachhaltige Weg – und für die meisten Organisationen die beste Wahl.
Das bedeutet:

  • Prozessharmonisierung
  • Migration auf moderne S/4HANA-Funktionalitäten
  • Technische Ablösung alter ERP-Komponenten

Option B: Umstieg auf SAP Cloud Subscription Modelle

Für Unternehmen, die kurzfristig Zeit gewinnen müssen oder bestimmte SAP-Funktionen wie Payroll betreiben, gibt es Übergangsmodelle im SAP-Cloud-Umfeld – z. B. in Kombination mit SuccessFactors.

Dieser Weg kann Fristen verlängern, bedeutet aber gleichzeitig eine strategische Weichenstellung hin zur Cloud.

Was passiert, wenn Sie nicht rechtzeitig handeln?

  • Lizenz- und Audit-Risiken: Die Nutzung der Funktionen ist ab dem 01.01.2026 lizenzrechtlich nicht mehr gestattet. Es gibt das Risiko von Nachlizenzierungen oder Audit Findings.
  • Sicherheits- und Compliance-Risiken: Die SAP übernimmt keine Wartung bzw. Fehlerbehebung mehr, d.h. es kann zu Verstößen gegen interne und externe Compliance-Regelwerke kommen.
  • Betriebsrisiken: Support-Einschränkungen, höhere Störanfälligkeit und Ausfallrisiken bei kritischen Prozessen bedeuten ein hohes Betriebsrisiko.
  • Abhängigkeit von Individualentwicklungen: Alte Funktionen werden oft ergänzt durch Z-Programme, die zukünftige S/4HANA-Releases unter Umständen nicht mehr unterstützen.

Wie können Sie vorgehen?

  1. Transparenz schaffen
    • Mit einer Systemanalyse die Nutzungsintensität der betroffenen Funktionalitäten feststellen
  2. Bewerten & Entscheiden
    • Auswirkungen analysieren
    • Alternativen vergleichen
  3. Planen
    • Roadmap
    • Budgetierung & Ressourcenplanung
    • Abhängigkeiten berücksichtigen
  4. Umsetzen
    • technische Migration
    • Prozessharmonisierung
    • Change Management / Schulungen

Warum sich die Umstellung lohnt

Die Umstellung birgt auch Chancen. Zum Beispiel:

  • Vereinfachung der Systemlandschaft
  • Reduktion technischer Altlasten
  • Performance-Optimierungen durch die Nutzung neuer Datenmodelle
  • Bessere Fiori-/UX-Unterstützung in den Prozessen
  • Nutzung neuer Automatisierungen (z. B. in Finance oder Logistik)

Unsere konkreten Handlungsempfehlungen:

  1. Systemanalyse durchführen: Wo wird Compatibility Scope genutzt?
  2. Kritische Prozesse identifizieren
  3. Kurzfristige Risiken priorisieren
  4. Zielarchitektur (On-Premise oder Cloud) festlegen
  5. Roadmap und Budget für 2026 fixieren

Fazit: Jetzt handeln, Risiken minimieren und die Chancen nutzen!

Das Ende der Compatibility Scope Nutzungsrechte ist keine technische Nebensächlichkeit, sondern eine strategische Herausforderung für IT-Leiter und SAP-Verantwortliche.

Wer frühzeitig Transparenz schafft, sich für den richtigen Transformationsweg entscheidet und die Migration sauber plant, kann:

  • Risiken vermeiden
  • unnötige Projektspitzen verhindern
  • den eigenen Weg nach S/4HANA oder in die Cloud beschleunigen

PIKON unterstützt Sie gerne bei der Analyse Ihrer Kompatibilitäten, der Bewertung Ihrer Optionen und der Entwicklung Ihrer Transformationsroadmap.

Kontaktieren Sie uns!

Haben Sie weitere Fragen? Gerne helfen wir Ihnen weiter.
Vereinbaren Sie ein Webmeeting mit unseren Expert:innen oder stellen Sie uns Ihre Frage im Kommentarbereich. 

Martina Ksinsik
Martina Ksinsik
Customer Success Manager

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Über den Autor
Martina Ksinsik
Martina Ksinsik
Martina Ksinsik ist Customer Success Manager bei der PIKON Deutschland AG und Account Managerin bei vielen unserer Key Accounts. Sie hat viele unserer Kunden von Beginn an betreut und entwickelt gemeinsam mit ihnen Lösungen für ihre jeweiligen individuellen Herausforderungen.

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