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7 SAP BDC Use Cases: Praxisbeispiele für Ihren Unternehmensalltag

Inhalt

Wie sehen Typische Einsatzfelder der SAP Business Data Cloud aus?

Der Monatsabschluss steht an. Im Controlling liegen die Ist-Zahlen aus dem ERP vor, der Vertrieb aktualisiert seine Pipeline im CRM und die aktuelle Forecast-Datei wandert per E-Mail zwischen mehreren Beteiligten. In der Geschäftsleitung entsteht eine naheliegende Frage: „Wie entwickelt sich unser Ergebnis und auf welche Zahl können wir uns verlassen?“

Diese Situation ist keineswegs ungewöhnlich. Viele Unternehmen verfügen über reichlich Daten, aber nur begrenzt über eine gemeinsame, fachlich nachvollziehbare Sicht darauf. Informationen liegen in SAP- und Nicht-SAP-Systemen, KPI-Definitionen unterscheiden sich leicht und jede neue Analyse beginnt mit der Suche nach passenden Daten, dem Zusammenführen von Dateien oder einer Abstimmungsrunde mit der IT.

Genau an dieser Stelle setzt die SAP Business Data Cloud, kurz SAP BDC, an. Sie ist keine einzelne Reporting-Anwendung und auch kein neues Data Warehouse. Die SAP BDC ist eine cloudbasierte Daten- und Analytics-Plattform, die Datenmanagement, Analyse, Planung sowie Machine-Learning und KI in einem gemeinsamen Rahmen zusammenbringt. Ihr Ziel: Daten aus unterschiedlichen Quellen so bereitzustellen, dass sie ihren betriebswirtschaftlichen Kontext behalten und von Fachbereichen, Analytics-Teams und KI-Anwendungen konsistent genutzt werden können.

Der entscheidende Gedanke dahinter lautet Datenprodukte. Statt für jeden Bericht neue Tabellen, Extrakte und Berechnungen aufzubauen, werden Daten als wiederverwendbare, dokumentierte und verantwortete Bausteine bereitgestellt. Ein Datenprodukt „Auftragseingang und Auftragsbestand“ kann dann beispielsweise im Vertriebsdashboard, in der Absatzplanung und in einer KI-gestützten Risikoanalyse dieselbe fachliche Definition verwenden.

Doch was macht welcher Bestandteil der SAP BDC? Welche SAP BDC Use Cases lassen sich sinnvoll umsetzen und wie gelingt der Einstieg?

SAP BDC einfach erklärt

Die SAP BDC bildet die Brücke zwischen operativen Datenquellen und deren Nutzung im Fachbereich. Quellen können klassische SAP-Systeme wie SAP S/4HANA, SAP BW oder SAP SuccessFactors sein, aber ebenso CRM-, Webshop-, Produktions-, Markt- oder andere Nicht-SAP-Datenquellen.

Damit aus diesen Daten verlässliche Informationen werden, greifen mehrere Bausteine ineinander. Nicht jedes Unternehmen benötigt jeden Baustein vom ersten Tag an. Das Zusammenspiel hilft jedoch dabei, die Rollen klar zu verstehen:

Baustein

Vereinfacht gesagt

Typische Aufgabe im Use Case

SAP Datasphere

Die fachliche Datenbasis

Daten anbinden, zusammenführen, modellieren und mit Semantik, Berechtigungen sowie Qualitätsregeln versehen

Datenprodukte und BDC Catalog

Der wiederverwendbare Datenservice

Daten fachlich beschreiben, auffindbar machen, einem Verantwortlichen zuordnen und für verschiedene Anwendungen bereitstellen

SAP Analytics Cloud (SAC)

Die Arbeitsoberfläche für Fachbereiche

Daten analysieren, Dashboards und Stories nutzen sowie planen, kommentieren und Szenarien vergleichen

SAP Databricks

Die Werkstatt für große Datenmengen, Data Science und KI

Daten aufbereiten, komplexe Analysen ausführen sowie Machine-Learning- und KI-Modelle entwickeln und betreiben

SAP BW, Private Cloud Edition

Die Brücke für bestehende BW-Landschaften

Vorhandene BW-Investitionen absichern und BW-Daten schrittweise als Datenprodukte nutzbar machen

SAP BDC Cockpit und Intelligent Applications

Steuerung und beschleunigter Einstieg

BDC-Komponenten verwalten sowie vorkonfigurierte fachliche Datenprodukte, Modelle und Analytics-Inhalte bereitstellen

Checkliste "Von SAP BW oder SAP BW/4HANA zu SAP Datasphere"

Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei, den passenden Migrationspfad von SAP BW oder BW/4HANA zu SAP Datasphere zu finden.

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Das Zusammenspiel lässt sich an einem einfachen Beispiel erklären: Ein Unternehmen möchte gefährdete Kundenaufträge früher erkennen. SAP Datasphere bringt Aufträge, Bestände, Liefertermine und Kundeninformationen zusammen und gibt ihnen eine einheitliche fachliche Bedeutung. Das daraus entstehende Datenprodukt wird im Catalog beschrieben und für berechtigte User auffindbar gemacht. In SAP Analytics Cloud sieht der Vertrieb ein Ausnahme-Cockpit mit priorisierten Aufträgen. Wenn große Datenmengen, komplexe Prognosen oder Machine-Learning-Modelle hinzukommen, kann SAP Databricks diese Datenprodukte für weitergehende Analysen nutzen. Das Ergebnis, etwa ein Risikoscore, kann wiederum im SAC-Dashboard sichtbar werden.

Wichtig ist: Die Plattform ersetzt keine fachliche Verantwortung. Sie kann Daten vereinheitlichen, Regeln dokumentieren und Wiederverwendung fördern. Ob ein Materialstamm sauber gepflegt wird, welche Definition für „Umsatz“ gilt oder wer eine Kennzahl verantwortet, bleibt aber eine organisatorische Aufgabe. Gerade deshalb sind Data Governance und eine gemeinsame Sprache zwischen Fachbereich und IT so wichtig.

7 SAP BDC Use Cases aus der Praxis

Finance-Reporting: Eine gemeinsame Sicht auf Ergebnis und Liquidität

Die Ausgangslage: Controlling, Buchhaltung und Management arbeiten mit ähnlichen, aber nicht immer identischen Zahlen. Istwerte kommen aus dem ERP, Planwerte aus separaten Anwendungen, Forecasts aus Dateien und ergänzende Informationen, etwa Bankdaten oder Wechselkurse, aus weiteren Quellen. Der Monatsabschluss wird dadurch schnell zu einem Abstimmungsprojekt.

Der SAP Business Data Cloud Use Case:

BDC-Baustein

Rolle im konkreten Use Case

SAP Datasphere

Harmonisiert Finanz-, Plan- und gegebenenfalls externe Daten. Modelliert einheitliche Kennzahlen und Zusammenhänge, etwa für GuV, Kostenstellen, Cashflow, Deckungsbeitrag und Forderungsalterung.

Datenprodukte / BDC Catalog

Stellt beispielsweise Datenprodukte für GuV, Cashflow oder offene Forderungen mit Definition, Datenherkunft, Aktualität, Zugriffsrechten und fachlicher Verantwortung bereit.

SAP Analytics Cloud

Liefert Management-Dashboards, Abweichungsanalysen, Detailberichte und bei Bedarf Planungs- oder Forecast-Sichten.

SAP Databricks

Optional: Unterstützt Prognosen und Mustererkennung, etwa zur Vorhersage von Zahlungseingängen oder zur Identifikation auffälliger Zahlungsprofile.

Der Mehrwert: Statt über Zahlenherkünfte zu diskutieren, konzentriert sich Finance auf Abweichungen und Maßnahmen. Eine einheitliche Kennzahlendefinition reduziert wiederkehrende Abstimmungen und schafft die Basis für eine integrierte Sicht auf Ergebnis, Liquidität und Risiko.

Geeigneter Startpunkt: Ein Management-Dashboard für Liquidität oder eine abgestimmte Deckungsbeitragsanalyse für eine Region, Gesellschaft oder Produktgruppe.

Vertriebssteuerung: Von Umsatzberichten zu einer steuerbaren Pipeline

Die Ausgangslage: Der Vertrieb hat den Blick auf Opportunities und Aktivitäten, das ERP auf Auftragseingang, Auftragsbestand, Lieferstatus und Faktura. Marketing- oder Webshop-Daten befinden sich häufig außerhalb der SAP-Landschaft. Das erschwert eine ganzheitliche Sicht auf Kundenpotenziale, gefährdete Umsätze und die Qualität der Pipeline.

Der SAP Business Data Cloud Use Case:

BDC-Baustein

Rolle im konkreten Use Case

SAP Datasphere

Verbindet Kunden-, CRM-, Auftrags-, Liefer- und Fakturadaten. Schafft eine gemeinsame Kundensicht und vereinheitlicht Begriffe wie Auftragseingang, Umsatz, offener Auftrag und Retoure.

Datenprodukte / BDC Catalog

Stellt ein Datenprodukt „Customer und Order-to-Cash“ für Berichte, Planung und weiterführende Analysen bereit. Fachliche Definitionen und Eigentümerschaft sind dokumentiert.

SAP Analytics Cloud

Bietet Rollen-spezifische Vertriebsstories für Vertriebsleitung, Key Account Management und Innendienst – inklusive Drill-down auf Kunden, Aufträge und Ursachen.

SAP Databricks

Optional: Unterstützt Kundencluster, Abwanderungsrisiken, Next-Best-Action-Ansätze oder die Berechnung von Abschlusswahrscheinlichkeiten.

Der Mehrwert: Vertriebsorganisationen blicken nicht nur auf den vergangenen Umsatz zurück, sondern erkennen Handlungsbedarf früher – etwa bei sinkender Kauffrequenz, hohem Auftragswert mit Lieferverzug oder ungenutztem Cross-Selling-Potenzial.

Geeigneter Startpunkt: Ein integriertes Order-to-Cash-Cockpit für ein Vertriebsgebiet mit Auftragseingang, Auftragsbestand, Lieferstatus und Faktura.

Supply Chain: Engpässe und Ausnahmen früher erkennen

Die Ausgangslage: Liefertermine, Bestände, Bedarfe und Lieferanteninformationen sind oft über Einkauf, Produktion, Lager, Transport und externe Plattformen verteilt. Das operative Team reagiert auf Engpässe erst, wenn sie bereits sichtbar werden, etwa durch überfällige Bestellungen, verspätete Kundenaufträge oder zu niedrige Bestände.

Der BDC Use Case:

BDC-Baustein

Rolle im konkreten Use Case

SAP Datasphere

Verknüpft Beschaffungs-, Bestands-, Produktions- und Vertriebsdaten. Modelliert die Beziehungen zwischen verspäteter Bestellung, Material, Auftrag, Kunde und wirtschaftlicher Wirkung.

Datenprodukte / BDC Catalog

Stellt ein Datenprodukt „Supply-Chain-Ausnahmen“ bereit, inklusive bestätigtem Termin, Verspätung, Materialkritikalität, betroffenem Auftrag und Kundenpriorität.

SAP Analytics Cloud

Macht kritische Fälle in einem Ausnahme-Cockpit sichtbar und ermöglicht die Priorisierung nach wirtschaftlicher Wirkung, etwa gefährdetem Umsatz oder Kundenrelevanz.

SAP Databricks

Optional: Unterstützt Prognosen, beispielsweise zu voraussichtlichen Lieferterminen, Bestandsrisiken oder Mustern in Lieferantenabweichungen.

Der Mehrwert: Fachbereiche erhalten eine gemeinsame Sicht auf kritische Situationen entlang der Lieferkette. Statt Listen zu durchsuchen, können sie Fälle nach wirtschaftlicher Wirkung priorisieren, beispielsweise nach gefährdetem Umsatz, Kundenpriorität oder Produktionsrelevanz.

Geeigneter Startpunkt: Ein Ausnahme-Cockpit für überfällige Bestellungen und die davon betroffenen Kundenaufträge, zunächst für ein Werk oder eine Materialgruppe.

Datenqualität und Stammdaten: Fehler an der Ursache angehen

Die Ausgangslage: Dubletten bei Geschäftspartnern, uneinheitliche Materialbezeichnungen oder fehlende Zuordnungen führen zu falschen Segmentierungen, unvollständigen Berichten und hohem manuellem Bereinigungsaufwand. Häufig werden Fehler erst entdeckt, wenn sie bereits in einer Managementpräsentation oder in einer Kundenkommunikation sichtbar sind.

Der SAP Business Data Cloud Use Case:

BDC-Baustein

Rolle im konkreten Use Case

SAP Datasphere

Stellt Stammdaten, Qualitätsregeln und Qualitätskennzahlen in einem nachvollziehbaren Modell bereit. Verknüpft Qualitätsauffälligkeiten mit Quellsystemen, Prozessen und Verantwortlichkeiten.

Datenprodukte / BDC Catalog

Beschreibt eine Stammdatendomäne als verantwortetes Datenprodukt: Pflichtattribute, zulässige Werte, Dublettenregeln, Datenherkunft, Qualitätsniveau und Data Owner.

SAP Analytics Cloud

Visualisiert Qualitätskennzahlen für Data Owner und Data Stewards, etwa Vollständigkeit, Aktualität, Dublettenquote und Anzahl offener Qualitätsfälle.

SAP Databricks

Optional: Identifiziert ähnliche Datensätze und liefert Vorschläge zur Prüfung von Dubletten oder Zuordnungen. Die fachliche Freigabe bleibt beim verantwortlichen Team.

Der Mehrwert: Die Organisation investiert nicht nur in das nachträgliche Bereinigen von Daten, sondern erkennt wiederkehrende Ursachen. Das verbessert zugleich Reporting, Planung, Prozessautomatisierung und spätere KI-Anwendungen.

Geeigneter Startpunkt: Eine klar begrenzte Stammdatendomäne, etwa Debitoren oder Materialien, mit messbaren Regeln wie Dublettenquote, Vollständigkeit und Aktualität.

Integrierte Planung: Excel-Abläufe kontrolliert weiterentwickeln

Die Ausgangslage: Excel ist in der Planung beliebt, weil es flexibel und vertraut ist. Kritisch wird es, wenn Versionen per E-Mail zirkulieren, Annahmen nicht nachvollziehbar sind und Ist- sowie Planwerte aus unterschiedlichen Datenständen stammen. Dann kostet nicht die Planung selbst die meiste Zeit, sondern die Konsolidierung und Fehlerkorrektur.

Der SAP Business Data Cloud Use Case:

BDC-Baustein

Rolle im konkreten Use Case

SAP Datasphere

Stellt harmonisierte Ist-, Stamm- und Plandaten bereit, etwa Mengen, Preise, Kosten, Organisationseinheiten und Produkte.

Datenprodukte / BDC Catalog

Stellt ein Planungsdatenprodukt mit klaren Definitionen für Ist, Plan, Forecast, Versionen und fachliche Treiber bereit. Berichte und Planung greifen damit auf denselben Begriffsrahmen zu.

SAP Analytics Cloud

Bildet die Arbeitsoberfläche für die Planung: Werte erfassen, Versionen vergleichen, Kommentare hinterlegen, Freigaben steuern und Szenarien rechnen.

SAP Databricks

Optional: Erstellt statistische Forecasts oder Absatzprognosen, die als nachvollziehbarer Ausgangspunkt in die Fachplanung einfließen können.

Der Mehrwert: Planungsrunden werden transparenter und kürzer. Verantwortliche erkennen, auf welchen Annahmen ein Forecast basiert, und können Szenarien vergleichen: Was bedeutet eine Preisänderung, eine Mengenabweichung oder ein Lieferengpass für Ergebnis und Liquidität?

Geeigneter Startpunkt: Ein rollierender Forecast für Umsatz und Deckungsbeitrag in einer Geschäftseinheit, inklusive weniger, klar definierter Treiber.

KI-gestützte Risikopriorisierung: Forderungsausfälle und Abweichungen erkennen

Die Ausgangslage: Finanz- und Fachbereiche verfügen über viele Hinweise auf Risiken: offene Posten, Zahlungsziele, Mahnstufen, Reklamationen, Auftragswerte oder historische Zahlungsverhalten. Im Tagesgeschäft fehlen jedoch Zeit und konsolidierte Daten, um daraus rechtzeitig die wirklich kritischen Fälle herauszufiltern.

Der Business Data Cloud Use Case:

BDC-Baustein

Rolle im konkreten Use Case

SAP Datasphere

Führt die fachlich benötigten Daten zusammen, etwa Forderungsalterung, Zahlungs- und Rechnungshistorie, Kundenmerkmale und weitere zulässige Informationen.

Datenprodukte / BDC Catalog

Stellt ein Risiko- oder Forderungsdatenprodukt bereit. Es dokumentiert verwendete Daten, Qualitätsregeln, Aktualisierung, Zugriffsrechte und Verantwortlichkeiten als Grundlage für Analyse und Modellierung.

SAP Analytics Cloud

Macht Risikoscores, Auffälligkeiten und die zugrundeliegenden Informationen für Fachanwender sichtbar. Unterstützt Drill-down und die Bearbeitung priorisierter Fälle.

SAP Databricks

Entwickelt und betreibt Modelle zur Risiko- oder Anomalieerkennung. Das Ergebnis dient als nachvollziehbare Entscheidungshilfe, nicht als unkontrollierte automatische Entscheidung.

Der Mehrwert: Mitarbeitende im Credit Management oder Collections konzentrieren sich zuerst auf die Fälle mit hoher wirtschaftlicher Relevanz. Dieselbe Logik ist auf andere Bereiche übertragbar: ungewöhnliche Beschaffungspreise, auffällige Retouren, Bestandsrisiken oder Budgetabweichungen.

Geeigneter Startpunkt: Eine transparente Risikoampel für überfällige Forderungen, die mit wenigen erklärbaren Merkmalen beginnt und gemeinsam mit dem Fachbereich validiert wird.

Datenprodukte als Service: Wiederverwendung statt neuer Datenprojekte

Die Ausgangslage: Für jedes Dashboard, jede Fachanfrage und jedes neue Projekt beginnt die Datensuche von vorn. Teams bauen ähnliche Extrakte mehrfach, Kennzahlendefinitionen entwickeln sich auseinander und niemand weiß zuverlässig, welche Datenquelle für welchen Zweck freigegeben ist.

Der Business Data Cloud Use Case:

BDC-Baustein

Rolle im konkreten Use Case

SAP Datasphere

Stellt Daten technisch und semantisch bereit. Verbindet Quellen, modelliert Kennzahlen und sorgt für kontrollierte Zugriffe auf fachliche Datenmodelle.

Datenprodukte / BDC Catalog

Bildet den Kern des Use Cases: Zweck, Definition, Granularität, Aktualität, Herkunft, Berechtigungen und Owner eines Datenprodukts werden dokumentiert, auffindbar und kontrolliert nutzbar gemacht.

SAP Analytics Cloud

Konsumiert Datenprodukte für Stories, Self-Service-Analysen und Planungsprozesse, ohne für jede Auswertung eine eigene Datenaufbereitung vorauszusetzen.

SAP Databricks

Kann dieselben Datenprodukte für Data Science, Machine Learning oder KI verwenden, wenn der fachliche Anwendungsfall dies erfordert.

SAP BW, Private Cloud Edition

Optional: Bestehende BW-Daten und -Objekte können schrittweise als Datenprodukte nutzbar gemacht werden. So bleiben vorhandene Investitionen im Übergang verwertbar.

Der Mehrwert: Die Wiederverwendung reduziert Entwicklungsaufwand und beschleunigt neue Analytics- und KI-Vorhaben. Ebenso wichtig: Die Verantwortung wird sichtbar. Wer ein Datenprodukt bereitstellt, verantwortet nicht jede spätere Geschäftsentscheidung, aber Qualität, Dokumentation und Change Management des Datenprodukts.

Geeigneter Startpunkt: Ein bereits mehrfach verwendeter Datensatz, etwa „Kunde 360°“, „Produktprofitabilität“ oder „Projektstatus“, der bislang in mehreren Berichten unterschiedlich umgesetzt ist.

Erfolgsfaktoren aus der Praxis

Ein überzeugender SAP BDC Use Case ist kein Technologieprojekt mit nachträglich gesuchtem Nutzen. Er beginnt mit einer konkreten fachlichen Entscheidung oder einem wiederkehrenden Arbeitsproblem. Vier Leitfragen helfen bei der Auswahl:

  1. Wo entsteht heute spürbarer manueller Abstimmungsaufwand? Wiederkehrende Excel-Konsolidierung, unklare Kennzahlen oder viele Rückfragen sind oft bessere Startsignale als eine abstrakte Plattformvision.
  2. Welche Entscheidung soll schneller oder verlässlicher getroffen werden? Formulieren Sie das Ergebnis in Fachsprache: „Wir wollen gefährdete Kundenaufträge früher erkennen“ ist greifbarer als „Wir bauen ein Supply-Chain-Dashboard“.
  3. Sind Datenverantwortung und Mindestqualität geklärt? Für ein erstes Datenprodukt braucht es einen fachlichen Owner, nachvollziehbare Definitionen und bekannte Grenzen der Daten. Perfekte Datenqualität ist keine Voraussetzung, fehlende Transparenz über Datenqualität aber ein Risiko.
  4. Wie wird Nutzen messbar? Geeignete Kennzahlen sind beispielsweise verkürzte Abstimmungszeiten, weniger manuelle Dateien, höhere Datenvollständigkeit, schnellere Reaktion auf Ausnahmen oder eine bessere Forecast-Genauigkeit.

Ein realistischer Einstieg folgt häufig einem einfachen Muster: Zuerst wird ein eng abgegrenztes Datenprodukt aufgebaut. Danach wird es in einem konkreten Bericht, einer Planung oder einem operativen Ausnahmeprozess genutzt. Erst wenn Fachbereich und IT nachweislich von derselben Definition profitieren, wird der Ansatz auf weitere Bereiche erweitert.

Wichtig ist auch eine klare Erwartungshaltung: Die SAP BDC ersetzt weder fehlende Prozesse noch unklare Verantwortlichkeiten. Sie schafft jedoch einen Rahmen, in dem Unternehmen Semantik, Governance und Wiederverwendung systematischer verankern können. Gerade bei KI gilt: Je klarer die Definitionen und je verlässlicher die Datenbasis, desto sinnvoller können Analyse- oder Automatisierungsansätze unterstützen.

Fazit

Die spannendsten SAP Business Data Cloud Use Cases beginnen nicht mit der Frage nach dem nächsten Tool, sondern mit einem konkreten Entscheidungsproblem im Unternehmen. Finance-Reporting, Vertriebssteuerung, Supply-Chain-Ausnahmen, Stammdatenqualität und Planung sind deshalb häufig sinnvolle Einstiegsfelder: Sie verbinden einen klaren fachlichen Nutzen mit Daten, die in vielen Organisationen bereits vorhanden sind.

Wer klein, fachlich fokussiert und messbar startet, schafft mehr als ein weiteres Dashboard. Ein gut verantwortetes Datenprodukt kann zur gemeinsamen Grundlage für Reporting, Planung und später auch Business AI werden. So wächst aus einem einzelnen Use Case Schritt für Schritt eine Datenlandschaft, in der Mitarbeitende weniger Zeit mit Suchen, Abstimmen und Nachbauen verbringen und mehr Zeit mit fundierten Entscheidungen gewinnen.

Quellen und weiterführende Hinweise

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Martina Ksinsik
Martina Ksinsik
Customer Success Manager

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Über den Autor
Dušan Dokić
Dušan Dokić
Dušan Dokić ist Berater für Business Intelligence bei der PIKON Deutschland AG. Seine Expertise liegt in den Bereichen Datenanalyse, Informationsmanagement und Künstliche Intelligenz.

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