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SAP BI modernisieren: Warum starre Architekturen ausgedient haben

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Welche SAP Business Intelligence-Tools sind (bald) nicht mehr zeitgemäß?

Im SAP-Portfolio gibt es etablierte BI-Werkzeuge, die über viele Jahre hinweg in Unternehmen im Einsatz waren. Einige davon stoßen jedoch an Grenzen hinsichtlich Flexibilität, Self-Service-Fähigkeit und Zukunftssicherheit. Besonders SAP BusinessObjects und das klassische SAP Business Warehouse (BW) gelten inzwischen als überholt – oder stehen kurz davor, es zu sein.

SAP BusinessObjects

SAP BusinessObjects (SAP BO) ist eine On-Premise-BI-Suite für professionelle Berichterstellung, insbesondere bekannt durch Tools wie Web Intelligence (WebI), Crystal Reports und das Universum-Modell. Über viele Jahre war BusinessObjects die Standardlösung für hochpräzise, pixelgenaue Berichte in Unternehmen.

Vorteile:
SAP BO bietet stabiles Enterprise-Reporting und ermöglicht komplexe, formatierte Berichte, vor allem im Finanz- und Produktionsbereich. Unternehmen schätzen die Zuverlässigkeit, Reife und tiefe Integration in SAP-Systeme.

Nachteile:

Technologisch ist SAP BO inzwischen veraltet. Es fehlen Cloud-Funktionen und moderne Self-Service-Möglichkeiten. Änderungen erfordern meist aufwendige IT-Projekte. Die Wartung älterer Versionen endet bald (Version 4.3: Standard-Support bis 2025, Extended Support bis 2027). Die geplante Nachfolgeversion ab 2025 ist funktional abgespeckt und bringt keine wesentlichen Innovationen. Moderne Visualisierungen und Dashboards fehlen weitgehend.

Experten-Einschätzung:
SAP positioniert die SAP Analytics Cloud (SAC) als strategischen Nachfolger. Unternehmen sollten frühzeitig auf SAC umstellen oder hybride Szenarien prüfen. SAP BO bietet zwar noch Investitionsschutz bis nach 2030, langfristig ist der Wechsel auf moderne Tools jedoch ratsam.

SAP Business Warehouse

SAP Business Warehouse (SAP BW) ist die klassische Data-Warehouse-Lösung von SAP zur Konsolidierung von SAP- und Non-SAP-Daten. Jahrzehntelang war BW das zentrale Datenlager vieler Unternehmen, zunächst auf NetWeaver-Basis, später auf HANA.

Vor- und Nachteile:
BW punktet durch die tiefe Integration in SAP-Systeme, umfangreiche vordefinierte Inhalte (Business Content), robuste Daten-Governance und eine verlässliche Historisierung. In Kombination mit HANA ermöglicht es performante Analysen und komplexe Transformationen. Allerdings gilt die klassische Version BW 7.x auf NetWeaver inzwischen als veraltet. Die Modellierung ist komplex und unflexibel, Anpassungen dauern lange und erfordern Spezialwissen. Self-Service-Funktionen fehlen weitgehend, weshalb Fachanwender:innen häufig auf die IT angewiesen sind oder mit Excel arbeiten. Auch BW 7.5 auf HANA basiert noch auf alten Konzepten und schöpft das Potenzial moderner Technologien nicht voll aus. Der Mainstream-Support für BW 7.5 endet bereits 2027, der Extended Support 2030. Innovationen finden seit Jahren nicht mehr statt.

Experten-Einschätzung:
SAP positioniert seit 2016 SAP BW/4HANA als Nachfolger mit langfristigem Support bis mindestens 2040. Analysten weisen darauf hin, dass reine On-Premise-Lösungen zunehmend an Bedeutung verlieren. Anforderungen wie Cloud-Integration, Self-Service und Agilität lassen sich mit BW 7.x nur schwer umsetzen. Unternehmen sollten ihre BI-Strategie deshalb frühzeitig überdenken und auf moderne Plattformen wie SAP Datasphere oder hybride Architekturen setzen.

Fazit für Alt-Systeme: SAP BusinessObjects und das klassische SAP BW waren lange zuverlässige Werkzeuge, sind heute jedoch technologisch überholt und bremsen die Flexibilität. Die Zukunft liegt klar bei modernen SAP-Lösungen, insbesondere bei Cloud- oder zumindest HANA-basierten Plattformen.

Welche SAP Business Intelligence-Tools sind zukunftssicher?

SAP BW/4HANA

SAP BW/4HANA ist die Nachfolgegeneration des klassischen BW, entwickelt für die In-Memory-Plattform SAP HANA. Seit 2016 auf dem Markt, ist es kein bloßes Upgrade, sondern ein eigenständiges Produkt mit modernisierter Architektur und vereinfachter Bedienung.

Vorteile: Als zeitgemäße DWH-Lösung kann BW/4HANA riesige Datenmengen in Echtzeit analysieren – egal ob die Quellen SAP oder Non-SAP, On-Premise oder Cloud, strukturiert oder unstrukturiert sind. Dank SAP HANA sind Abfragen drastisch beschleunigt im Vergleich zu früheren BW-Versionen. SAP hat die Datenmodellierung deutlich vereinfacht: Der neue Data Flow Modeler bietet ein grafisches Interface, das die Bedienung verbessert. Insgesamt wurde die Architektur ausgedünnt und „entrümpelt“, viele obsolete Objekttypen aus BW 7.x gibt es nicht mehr. Es stehen umfangreiche Self-Service-Funktionalitäten zur Verfügung, sodass Fachbereiche eigenständig Analysen erstellen können und nicht mehr für jedes neue Datenmodell auf die IT angewiesen sind. BW/4HANA integriert sich zudem nahtlos mit SAP S/4HANA (Operational Reporting) und kann Live-Daten aus S/4 einbeziehen. Ein weiterer Vorteil ist der lange Support-Horizont: SAP garantiert Wartung mindestens bis 2040, was Investitionssicherheit gibt. Gerade für Unternehmen, die mittelfristig nicht vollständig in die Cloud gehen können oder wollen, stellt BW/4HANA einen soliden, zukunftsfähigen DWH-Anker dar.

Nachteile: Trotz technischer Modernisierung bleibt BW/4HANA eine komplexe Enterprise-Lösung mit entsprechendem Know-how-Bedarf. Die Migration von älteren BW-Versionen ist oft aufwendig, was viele Unternehmen abschreckt. Außerdem liegt der Innovationsschwerpunkt von SAP inzwischen klar auf Cloud-Lösungen wie Datasphere, sodass BW/4HANA zukünftig primär in hybriden Szenarien eingesetzt wird. Flexible Self-Service-Architekturen und integrierte Frontend-Tools fehlen zudem weitgehend.

Experten-Einschätzung: BW/4HANA gilt als solider Übergang für Kunden, die noch nicht vollständig in die Cloud wechseln können oder wollen. Experten empfehlen jedoch, BW/4HANA nicht isoliert zu betrachten, sondern mit ergänzenden Cloud-Tools wie Datasphere und SAC zu kombinieren. Statt einer reinen Migration sollten Unternehmen frühzeitig neue Werkzeuge evaluieren und eine zukunftsfähige BI-Strategie entwickeln, um nicht erneut in einer starren Architektur festzustecken.

Checkliste "Von SAP BW oder SAP BW/4HANA zu SAP Datasphere"

Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei, den passenden Migrationspfad von SAP BW oder BW/4HANA zu SAP Datasphere zu finden.

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SAP Analytics Cloud

Die SAP Analytics Cloud ist das führende Analyse- und Planungstool von SAP in der Cloud. SAC wurde ab 2015 (zunächst unter dem Namen Cloud for Analytics) entwickelt und vereint Business Intelligence, Planung und prädiktive Analysen in einer integrierten Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung. Sie läuft vollständig in der SAP Business Technology Platform (BTP) und wird über ein Browser-Frontend genutzt. Mit SAC können User Dashboards bauen, Berichte visualisieren, Ad-hoc Analysen durchführen und sogar Planungsfunktionen (Budgetierung, Forecast) nutzen, alles in einer einheitlichen Umgebung.

Vorteile: SAC zeichnet sich vor allem durch sein geschlossenes, durchgängiges Konzept aus: Von der Datenanbindung bis zur Visualisierung passiert alles in einer Plattform. Für SAP-Kunden besonders attraktiv ist die Live-Datenanbindung: SAC kann sich in Echtzeit mit SAP HANA, S/4HANA, SAP BW/4HANA, SAP Datasphere und sogar SAP BusinessObjects-Universen verbinden. Das heißt, bestehende Datenquellen können ohne Replikation angebunden werden, aktuelle Daten sind direkt im SAC-Dashboard sichtbar.

Gleichzeitig lassen sich auch Non-SAP-Daten (z.B. aus SQL-Datenbanken oder Cloud-Services) integrieren. SAP baut die Integration heterogener Daten kontinuierlich aus, u.a. durch die enge Verzahnung mit der SAP Datasphere. SAC ist benutzerfreundlich, mit moderner HTML5-Oberfläche und Drag-and-Drop-Bedienung. Self-Service-BI wird großgeschrieben: Fachanwender:innen können eigene Stories (Dashboards) erstellen, filtern, drillen, wodurch die Abhängigkeit von der IT für Auswertungen sinkt. Zudem liefert SAC vorgefertigte Business-Inhalte (sog. Analytics Content Libraries) für diverse SAP-Anwendungen, was den Einstieg erleichtert. Aus CFO-Sicht interessant: SAC vereint BI und Planung – man kann nahtlos von Ist-Analysen zu Planungsfunktionen übergehen (inkl. What-if-Simulationen), alles versionsverwaltet in der Cloud. Last but not least: Als Cloud-Service ist SAC stets up-to-date (vierteljährliche Updates durch SAP) und entlastet die eigene IT des Infrastrukturbetriebes.

Nachteile: Trotz aller Vorteile gibt es auch Grenzen. Für Live-Anbindungen sind leistungsfähige Netzwerke und teils Zusatz-Setups nötig. Große Datenmengen können die Performance belasten, was oft Datenimporte erfordert. Einige spezialisierte Funktionen fehlten anfangs, wurden aber nachgeliefert. Das Lizenzmodell pro User kann bei hoher Userzahl kostenintensiv sein.

Experten-Einschätzung: SAP positioniert SAC klar als strategische BI-Plattform für die Zukunft. Das zeigen auch unabhängige Markteinschätzungen: Im Gartner Magic Quadrant für Analytics & BI wird SAP (mit SAC als Hauptprodukt) als Visionär eingestuft. Die Strategie, BI, Planung und Predictive in einer Cloud-Lösung zu vereinen, gilt als zeitgemäß und zukunftssicher. Experten loben vor allem den hohen Integrationsgrad der SAC in die SAP-Welt. Durch die Kopplung mit SAP Datasphere hebt SAP die SAC zudem auf die nächste Ebene, um semantische Datenmodelle und Echtzeitdaten aus verschiedensten Quellen einzubinden.

SAP Datasphere

SAP Datasphere ist SAPs Cloud-Datenmanagement– und Data-Warehouse-Lösung der nächsten Generation. Sie wurde 2019 zunächst als SAP Data Warehouse Cloud (DWC) eingeführt und 2023 unter dem neuen Namen Datasphere ausgebaut. Datasphere bildet einen wesentlichen Bestandteil von SAPs „Data-to-Value“-Portfolio (gemeinsam mit SAP HANA Cloud, SAC und Data Intelligence Cloud). Im Kern bietet Datasphere eine SaaS-Plattform, auf der Unternehmen Daten aus verschiedenen Quellen integrieren, modellieren und für Analysen bereitstellen können, mit besonderem Fokus auf Self-Service Data Warehousing. Technisch läuft Datasphere unter der Haube auf SAP HANA Cloud, kombiniert mit einer Data Virtualization-Schicht und neuen Modellierungswerkzeugen (Data Builder, Business Builder).

Vorteile: SAP Datasphere vereint die Stärken eines klassischen Data-Warehouse (Konsistenz, Governance, zentrale Datenmodelle) mit der Flexibilität moderner Self-Service-Ansätze. Ein zentraler Vorteil ist die Integration von Cloud- und On-Premise-Datenquellen: Über vorgefertigte Konnektoren können sowohl SAP-Systeme (S/4HANA, BW/4HANA etc.) als auch beliebige SQL-Datenbanken oder sogar Dateien angebunden werden. Die Komponente Data Flow ermöglicht ETL-Prozesse innerhalb von Datasphere, um Daten zu extrahieren, zu transformieren und in der Cloud zu persistieren. Gleichzeitig ist auch ein virtueller Datenzugriff möglich, d.h. weniger genutzte Daten müssen nicht vollständig repliziert werden, was hybride Szenarien unterstützt. Für die Modellierung stellt Datasphere zwei Bereiche bereit: den Data Builder für technische Datenflüsse und den Business Builder für die semantische Modellierung von Business-Entitäten. Das Besondere: SAP versucht einen Ansatz, bei dem IT und Fachbereich Hand in Hand arbeiten. Die IT definiert zentrale, einheitliche Datenmodelle (Governance und Qualität sind sichergestellt), während die Fachbereiche im Business Builder eigenen Feinschliff oder fachliche Zusammenstellungen vornehmen können. Richtig umgesetzt erhöht dies die Agilität enorm: Endanwender:innen bekommen ein „Data Shopping“-Erlebnis, wiederverwendbare, geprüfte Datenmodelle stehen ihnen in einfacher, geführter Form zur Verfügung, um verschiedenste Geschäftsfragen zu beantworten. Ein weiterer Vorteil ist die nahtlose Verzahnung mit SAC: Mit wenigen Klicks lässt sich eine Live-Verbindung zwischen Datasphere und SAC einrichten, sodass freigegebene Datasphere-Modelle direkt in SAC genutzt werden können. Alternativ können auch Third-Party-Tools (Tableau, Power BI etc.) via JDBC/OData auf die Daten zugreifen – die Plattform ist offen gestaltet. Als Cloud-Service profitiert man zudem von automatischen Updates durch SAP, man muss sich nicht um Infrastruktur kümmern und kann bei wachsendem Bedarf einfach skalieren (Kosten fallen nach Verbrauch bzw. Space-Größe an). Ein weiterer Vorteil liegt im wachsenden Partnernetzwerk und den verbesserten Anbindungen an Drittanbieter-Systeme: Durch die enge Integration mit Plattformen wie Databricks lassen sich KI- und Machine-Learning-Szenarien nahtlos mit SAP-Daten kombinieren. Darüber hinaus setzt SAP in der Datasphere zunehmend auf gängige Programmiersprachen wie SQL und Python anstelle von ABAP. Damit wird der Zugang auch für Nicht-SAP-Entwickler:innen erheblich erleichtert und die Plattform für ein breiteres Nutzerfeld geöffnet. Zusammengefasst ermöglicht Datasphere ein schnelleres, flexibleres Data Warehousing mit einer Mischung aus zentraler Kontrolle und dezentraler Nutzbarkeit.

Nachteile: Bei allem Lob ist SAP Datasphere noch ein vergleichsweise junges Produkt. Manche Funktionen, die im klassischen BW selbstverständlich waren, wurden erst nach und nach ergänzt, und der hybride Ansatz erfordert ein gewisses Umdenken bei Governance und Verantwortlichkeiten. Auch sind Best Practices für die Architektur noch im Entstehen, sodass Unternehmen ihren Weg in der Nutzung Schritt für Schritt finden müssen. Für sehr detaillierte Echtzeitanalysen kann zudem ein On-Premise-System weiterhin Vorteile bieten. Die Lizenzierung sollte sorgfältig kalkuliert werden, und auch die Zukunft der BW-Bridge ist noch nicht endgültig geklärt, ob SAP diese Übergangslösung langfristig weiterführt, bleibt offen. Insgesamt sind diese Punkte jedoch überwindbar, da SAP die Plattform in hohem Tempo weiterentwickelt.

Experten-Einschätzung:

Die SAP Datasphere nimmt in SAPs BI-Strategie eine Schlüsselrolle ein. In Kombination mit der SAP Analytics Cloud entsteht eine durchgängige Plattform, die Datenmanagement und Visualisierung eng miteinander verzahnt und Usern eine konsistente Benutzererfahrung bietet. Besonders hervorzuheben ist die Offenheit der Lösung: Durch das wachsende Partnernetzwerk und die Integration mit Drittanbietern wie Databricks lassen sich SAP-Daten erstmals nahtlos mit Big-Data- und KI-Szenarien verbinden. Damit hebt sich SAP von anderen Anbietern ab und eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten für datengetriebene Innovationen. Datasphere gilt damit als zukunftsweisendes Bindeglied zwischen bewährtem SAP-Datenmanagement und moderner Cloud-Technologie. Gleichzeitig bietet die Lösung Investitionsschutz für Bestandskunden, da klassische BW-Systeme bis 2030 weiterbetrieben und schrittweise migriert werden können. Experten empfehlen daher, sich bereits heute intensiv mit Datasphere zu beschäftigen und erste Pilotprojekte zu starten, um rechtzeitig Erfahrungen zu sammeln und den Übergang aktiv zu gestalten.

Checkliste "SAP BPC, SAP Analytics Cloud & SAP Datasphere im Vergleich"

Ermitteln Sie mit unserer Checkliste, welche SAP-Planungslösung ideal zu Ihrem Unternehmen passt.

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SAP Business Data Cloud (BDC)

Die SAP Business Data Cloud (BDC) ist das neueste strategische Produkt von SAP im Data-&-Analytics-Bereich. Offiziell im Februar 2025 vorgestellt, handelt es sich um eine vollständig von SAP gemanagte SaaS-Lösung, die alle SAP-Daten vereinheitlicht und auch Drittanbieter-Daten nahtlos einbindet. Man kann BDC als eine Art „Dach“ über den zuvor genannten Tools verstehen: Sie kombiniert die Technologien von SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud mit integrierter Databricks-Technologie. SAP spricht von einer einheitlichen semantischen Ebene für Daten aus SAP- und Non-SAP-Systemen. Die Business Data Cloud folgt dem Konzept einer Business Data Fabric – sie soll alle mission-critical Daten eines Unternehmens in ihrem fachlichen Kontext zugreifbar machen, als Grundlage für BI und KI. Praktisch enthält BDC unter anderem Analytics-Funktionen (SAC), Datenmanagement (Datasphere), aber auch vorgefertigte Datenprodukte und KI-Services.

Vorteile: Die Vision der BDC bringt einige entscheidende Vorteile mit sich. Erstens löst sie Datensilos auf: Alle relevanten Unternehmensdaten, ob aus SAP-Transaktionssystemen oder externen Quellen können in einem offenen Ökosystem verbunden werden. Durch die gemeinsame semantische Schicht verstehen alle Daten im Unternehmen „die gleiche Sprache“, was konsistente Echtzeit-Analysen ermöglicht. SAP vergleicht die BDC mit einer „hochqualifizierten Übersetzungsmaschine“ für unterschiedliche Datensprachen. Zweitens ist BDC vollständig gemanagt durch SAP. Anders als bei Datasphere (wo Kunden noch selbst Spaces einrichten und konfigurieren mussten) übernimmt SAP hier das Setup und den Betrieb der gesamten Umgebung. Funktionen wie die Integration von Databricks sind out-of-the-box eingebettet: SAP „fügt alles zusammen und kümmert sich ums Management – ein Vertrag, ein Preismodell“, so Michael Ameling, Produktverantwortlicher bei SAP. Dieses One-Stop-Prinzip reduziert den Aufwand auf Kundenseite drastisch. Drittens bietet BDC eingebaute KI-Unterstützung.

Mit dem SAP Knowledge Graph als semantische Modellierungsgrundlage und Tools wie dem Joule AI Agent Builder fördert BDC vertrauenswürdige KI auf Unternehmensdaten. Es werden sogar vorkonfigurierte Insight Apps bereitgestellt, das sind analytische Anwendungen für bestimmte Geschäftsprozesse (z.B. Working Capital Insights), die direkt einsatzbereit sind. So sollen Kunden schneller zu echten Business Insights kommen. Viertens ist BDC als Multi-Cloud-fähige, moderne Architektur konzipiert. Unternehmen können also ihre Datenlandschaft vereinfachen und trotzdem Daten aus verschiedensten Umgebungen harmonisieren. Besonders die enge Zusammenarbeit mit Databricks wird als Wettbewerbsvorteil gesehen: SAP erkennt an, dass viele Kunden bereits in Databricks investiert haben; die BDC bringt daher SAPs transaktionale Datenwelt mit den ML/AI-Fähigkeiten von Databricks nahtlos zusammen. Dieser Best-of-Both-Worlds-Ansatz (SAP + Open-Data-Ecosystem) hebt SAP von anderen Anbietern ab. Nicht zuletzt ermöglicht BDC weiterhin einen sanften Übergang für Bestandskunden: Wer etwa BW on HANA betreibt, kann diese Daten bis 2030 weiter nutzen und schrittweise als „Datenprodukte“ in die BDC überführen. Dieser Investitionsschutz kombiniert mit modernster Technologie ist ein wichtiges Plus.

Nachteile: Ein Nachteil ist die starke Konkurrenz durch Anbieter wie Snowflake oder Azure, die bereits ausgereifte Lösungen bereitstellen. Die enge Ausrichtung auf das SAP-Ökosystem kann Unternehmen mit sehr heterogenen IT-Landschaften einschränken. Zudem ist der Umstieg mit einem gewissen Migrationsaufwand verbunden, da bestehende Datenmodelle, Prozesse und Logiken angepasst werden müssen. Für stark autonome IT-Teams bedeutet das Managed-Service-Modell zudem weniger direkte Kontrolle über einzelne Komponenten.

Experten-Einschätzung: Aus Expertensicht markiert die Ankündigung der SAP Business Data Cloud einen entscheidenden Schritt in der Weiterentwicklung von SAPs Datenstrategie. BDC vereint Prozesse, Daten und KI in einer integrierten End-to-End-Cloud-Suite und überträgt damit die traditionellen Stärken von SAP – insbesondere die durchgängigen Prozessketten – konsequent in die Cloud. Die Plattform wird als zweiter zentraler Pfeiler neben der Cloud-Business-Suite gesehen, da sie Daten in einer einheitlichen semantischen Schicht zusammenführt und so die Basis für Analytics und KI schafft. Besonders die Partnerschaft mit Databricks hebt BDC von anderen Anbietern ab: Unternehmen können ihre SAP-Businessdaten erstmals nahtlos mit skalierbaren Big-Data- und KI-Funktionen kombinieren.

Das Potenzial ist enorm, auch wenn sich die tatsächliche Marktdurchdringung in den kommenden Jahren zeigen muss. Für Bestandskunden deutet vieles darauf hin, dass BDC der strategische Pfad nach vorne ist. Führende Unternehmen wie Henkel unterstreichen bereits den Mehrwert, indem sie hervorheben, dass die Business Data Cloud die Lücke zwischen Technologie und Entscheidungsfindung schließt und harmonisierte, kontextreiche Daten als Grundlage für KI und Analytics bereitstellt. Zusammenfassend kann die BDC als Game Changer gesehen werden, der SAPs BI- und Datenlandschaft zukunftssicher macht – vorausgesetzt, SAP setzt die ambitionierte Strategie konsequent um.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Umstieg auf moderne SAP BI-Tools?

Angesichts der obigen Informationen stellt sich die Frage: Woran erkennt man, dass die eigene BI-Architektur modernisiert werden sollte? Hier einige typische Herausforderungen und Warnsignale, die anzeigen, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen ist:

  • End-of-Life oder fehlende Weiterentwicklung: Läuft Ihre BI-Plattform in absehbarer Zeit aus dem Support oder gibt es vom Hersteller keine Innovationen mehr? Ein Beispiel sind SAP BOBI 4.2 oder BW 7.x, die bis 2027 auslaufen. Wenn Ihr Kern-BI-Tool auf dem Abstellgleis steht, sollten Sie die Migration proaktiv angehen – bevor der Druck durch ein Supportende zu hoch wird.
  • Starre Architekturen blockieren Anforderungen: Benötigen selbst kleine Änderungen an Berichten oder Datenmodellen umfangreiche IT-Projekte? Müssen Sie Workarounds nutzen, weil das System unflexibel ist (z.B. Massendaten erst in Excel nachbearbeiten)? Solche Rigidität ist ein klares Zeichen dafür, dass modernere, agilere Tools nötig sind. In vielen Altsystemen gilt: Jede neue Datenquelle oder Kennzahl wird zum Mini-Projekt. Moderne BI-Plattformen reduzieren diesen Aufwand drastisch.
  • Hoher manueller Aufwand und Excel-Abhängigkeit: Werden Berichte aus dem BI-System exportiert und manuell in Excel aufbereitet, weil das System bestimmte Auswertungen nicht bereitstellen kann? Das war z.B. bei den Stadtwerken München der Fall, bis man SAC einführte und „alte Reports und Excel endlich“ ablösen konnte. Eine BI-Umgebung, die Nutzer ins „Excel-Refugium“ treibt, erfüllt ihren Zweck nicht mehr zeitgemäß.
  • Fehlende Self-Service-Fähigkeit: Wenn Fachbereiche für jede neue Analyse auf die BI-/IT-Abteilung angewiesen sind und keine eigenen Dashboards erstellen dürfen, leidet die Reaktionsgeschwindigkeit. Heutige BI-Strategien setzen auf Empowerment der Business User (mit Governance-Kontrolle). Fehlt dieses Element völlig, ist der Leidensdruck bei Anwendern hoch – ein klarer Modernisierungsindikator.
  • Integration neuer Datenquellen schwierig: Kommen immer mehr Cloud-Services oder externe Daten ins Spiel, die Ihr altes BI-System nicht gut integrieren kann? Beispiel: IoT-Daten, Web-Analytics oder Drittanbieter-Cloud-Daten – wenn deren Einbindung „hakt“ oder nur über Umwege gelingt, braucht es eine flexiblere Datenplattform. Der Trend geht klar zu integrierten Datenlandschaften, wie auch die DSAG betont. Ein Warnsignal ist, wenn BI und Data Warehouse isoliert sind und nicht mit der digitalen Transformation Schritt halten.
  • Performance- und Skalierungsprobleme: Dauern Reports zu lange, oder können Ihre aktuellen Tools mit steigenden Datenmengen (Big Data) nicht mehr umgehen? In-Memory-Technologien und Cloud Data Lakes schaffen hier Abhilfe. Zögern Sie nicht zu wechseln, wenn Antwortzeiten und Datenvolumen zum Geschäftsrisiko werden.
  • Hohe Wartungskosten für Alt-Systeme: Legacy-BI (insb. Eigenentwicklungen oder stark angepasste Systeme) verursacht oft überproportional hohe Kosten in Betrieb und Wartung. Dem Stehen moderne Cloud-Lösungen gegenüber, die mit wartungsfreiem SaaS-Betrieb und automatischen Updates punkten. Eine Kosten-Nutzen-Analyse zeigt häufig, dass ein Umstieg mittelfristig günstiger ist – auch weil personelle Ressourcen für wertschöpfende Aufgaben frei werden.
  • Strategiewechsel des Herstellers: Ihr BI-Anbieter setzt auf eine völlig neue Technologie? – Dann sollten Sie folgen. SAP forciert z.B. klar Cloud-Lösungen und Data Products (siehe BDC). Wenn der Hersteller die Zukunft woanders sieht als Ihr aktuelles Produkt, ist das ein deutliches Signal. Im SAP-Umfeld etwa wird SAC als strategisch kommuniziert, während BusinessObjects nur noch „gehätschelt“ wird. Setzen Sie nicht auf das falsche Pferd!

Zusammengefasst: Der richtige Zeitpunkt für den Umstieg ist spätestens jetzt, wenn Sie eines oder mehrere dieser Signale erkennen. Warten Sie nicht, bis akuter Handlungsdruck (etwa Supportende 2027) eintritt. Die Erfahrung lehrt, dass BI-Migrationen Zeit brauchen – Planung, Umsetzung, Parallelbetrieb zum Übergang. Wer früh beginnt, kann schrittweise modernisieren und Risiken minimieren. Außerdem können Sie bereits früh Quick Wins erzielen (z.B. ein Self-Service-Tool für einen Fachbereich pilotieren oder ein neues Dashboard in SAC einführen), um den Mehrwert zu demonstrieren.

Natürlich spielt die individuelle Unternehmenssituation eine Rolle. Ein CFO wird Timing und Aufwand eines BI-Transformationsprojekts gegen Nutzen und Risiken abwägen. Dennoch: Die genannten Herausforderungen verschärfen sich oft mit der Zeit. Datenmenge und -vielfalt wachsen, User verlangen mehr Echtzeit und Self-Service, der Wettbewerb schläft nicht. Ein „Weiter so“ mit Altsystemen kann zum strategischen Nachteil führen, während moderne BI-Architekturen ein Enabler für datengetriebene Entscheidungen sind.

Fazit

Starre Altsysteme haben in der heutigen dynamischen Geschäftswelt ausgedient. Unternehmen, die weiterhin auf überkommene BI-Architekturen setzen, riskieren Wettbewerbsnachteile – sei es durch langsame Reaktionsfähigkeit, höhere operative Kosten oder ungenutzte Datenschätze. Die gute Nachricht: Die SAP-Welt bietet mit BW/4HANA, SAC, Datasphere und Business Data Cloud eine Palette moderner Tools, um BI-Landschaften zukunftssicher aufzustellen. Wichtig ist, nicht auf einen einzelnen Aspekt zu schauen, sondern eine ganzheitliche Datenstrategie zu verfolgen – oft ergibt die Kombination der richtigen Werkzeuge das beste Ergebnis.

Für IT-Leiter:innen und CFOs bedeutet das: Jetzt handeln. Warten Sie nicht, bis der Support Ihrer Alt-Systeme endet oder die Fachabteilungen entnervt zur Schatten-IT greifen. Beginnen Sie zeitnah mit der Planung des Umstiegs. Dazu gehört, die bestehende Landschaft zu analysieren, eine Roadmap zu erstellen (ggf. mit schrittweisen Transitionen) und intern alle Stakeholder abzuholen. Die Herausforderung – etwa Migrationsaufwand oder Change-Management – ist nicht zu leugnen, aber beherrschbar. Viele Unternehmen haben es geschafft (siehe Success Stories oben) und berichten im Nachgang, dass der Mehrwert die Mühen übersteigt.

Handlungsempfehlung der Experten: Nutzen Sie die Übergangszeit bis 2027/2030 klug. Testen Sie neue Tools in kleinen Piloten, schulen Sie Mitarbeiter in SAC & Co., bauen Sie internes Know-how auf. So nehmen Sie die Angst vor dem großen Wurf. Insbesondere hybride Ansätze (z.B. BW/4HANA und Datasphere parallel nutzen, oder BusinessObjects schrittweise durch SAC ablösen) können den Übergang sanfter gestalten. Aber verlieren Sie das Ziel nicht aus den Augen: eine BI-Architektur, die flexibel, skalierbar und business-orientiert ist.

Abschließend lässt sich sagen: Moderne SAP BI-Tools bieten die Chance, BI vom lästigen Kostenfaktor zum strategischen Erfolgsfaktor zu machen. Mit Echtzeit-Daten, Self-Service-Analytics und integrierter KI können Unternehmen Entscheidungen fundierter und schneller treffen. Die Technologien sind reif – jetzt ist es an der Zeit, sie zu nutzen. Oder um es mit den Worten eines SAP-Experten zu sagen: „Unternehmen sollten keine Zeit verlieren, die Weichen für die Zukunft in Sachen Reporting, Analytics und Planung zu stellen“. In diesem Sinne: Packen Sie die Modernisierung an und führen Sie Ihre SAP BI in eine erfolgreiche Zukunft!

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Martina Ksinsik
Martina Ksinsik
Customer Success Manager

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Über den Autor
Dušan Dokić
Dušan Dokić
Dušan Dokić ist Berater für Business Intelligence bei der PIKON Deutschland AG. Seine Expertise liegt in den Bereichen Datenanalyse, Informationsmanagement und Künstliche Intelligenz.

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