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E-Rechnung Norwegen 2027: Neue B2B-Regeln und EHF im Überblick

Nachdem die elektronische Rechnungsstellung für B2G-Transaktionen bereits seit 2011 vorgeschrieben ist und 2020 die Meldepflichten nach SAF-T (Standard Audit File for Tax) eingeführt wurden, unternimmt Norwegen nun den nächsten Schritt und weitet diese Anforderungen auf den B2B-Sektor aus.

Das norwegische Finanzministerium hat kürzlich Pläne zur Aktualisierung des Buchhaltungsgesetzes und der damit verbundenen Finanzvorschriften angekündigt, die auf dem am 20. Juni 2025 veröffentlichten Konsultationspapier der Steuerverwaltung aufbauen. Der Schwerpunkt? Obligatorische digitale Buchführung und strukturierte elektronische Rechnungsstellung für norwegische Unternehmen, die der Buchführungspflicht unterliegen.

Das bedeutet, dass Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 E-Rechnungen für B2B-Transaktionen in einem strukturierten elektronischen Format versenden müssen. Einige Jahre später, bis Januar 2030, müssen norwegische Unternehmen zudem in der Lage sein, E-Rechnungen zu versenden und zu empfangen.

Wer ist von der norwegischen E-Rechnungs-Verordnung betroffen?

Die von der Regierung vorgeschlagene Regelung soll voraussichtlich für alle Unternehmen gelten, die in Norwegen der Buchführungspflicht unterliegen. Dies betrifft sowohl norwegische Unternehmen als auch ausländische Firmen mit lokaler Präsenz, die unter das norwegische Buchführungsgesetz fallen.

Für Kleinstunternehmen (z. B. mit minimalem Umsatz und ohne Mehrwertsteuer- oder Buchführungspflicht) könnte eine begrenzte Ausnahmeregelung gelten, doch für die meisten Unternehmen werden die Vorschriften unvermeidlich sein.

Die Einführung erfolgt schrittweise:

  • Ab dem 1. Januar 2027
    • Müssen Unternehmen B2B-E-Rechnungen in einem strukturierten elektronischen Format versenden.
    • Ursprünglich war dies für 2028 geplant, doch die norwegische Regierung hat den Termin auf 2027 vorverlegt.
  • Ab dem 1. Januar 2030
    Müssen Unternehmen in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen (und zu versenden).

Was sind das Peppol-Format und das EHF-Format in SAP?

Norwegen verwendet für die elektronische Rechnungsstellung das EHF 3.0-Format, das vollständig auf Peppol BIS Billing 3.0 abgestimmt ist. Beide Formate basieren auf UBL und entsprechen der europäischen Norm EN 16931. Das EHF-Format (Elektronisk Handelsformat) stellt die norwegische Lokalisierung des Peppol-Formats dar. Während EHF in der Regel für inländische Transaktionen verwendet wird, unterstützt Peppol BIS sowohl die inländische als auch die grenzüberschreitende Rechnungsstellung, ohne die Compliance zu beeinträchtigen.

SAP Document and Reporting Compliance (SAP DRC) unterstützt bereits die Erstellung und den Austausch von Peppol BIS 3-Rechnungen für Norwegen.

Für ausgehende Rechnungen können Unternehmen in SAP S/4HANA Fakturabelege (SD) oder Buchhaltungsbelege (FI) erstellen und diese über das eDocument Cockpit in strukturierte eDocuments umwandeln. Von dort aus können die eDocuments über den cloudbasierten Peppol Exchange-Dienst über das Peppol-Netzwerk übertragen werden.

Bei eingehenden Rechnungen besteht die Anforderung darin, diese elektronischen Rechnungen automatisch zu empfangen und zu verarbeiten. SAP DRC kann so konfiguriert werden, dass Lieferantenrechnungen über das Peppol-Netzwerk empfangen werden. Diese Kombination gewährleistet die vollständige Einhaltung der Anforderungen für 2030 und ermöglicht eine durchgängige Lösung für Ihr Unternehmen.

Es ist zudem wichtig zu beachten, dass Rechnungen über das Peppol-Netzwerk ausgetauscht werden, an das sich Unternehmen über zertifizierte Access-Point-Anbieter anschließen. Das bedeutet, dass Rechnungen vor dem Versand nicht von der Steuerbehörde geprüft werden. Die Einhaltung der Vorschriften wird daher durch Audits und Berichterstattung überwacht, was Norwegen zu einem flexiblen Umfeld macht, das einen nahtlosen Rechnungsaustausch ermöglicht, der gut zum Peppol-basierten Ansatz von SAP passt.

Warum sollten Sie PIKON als Partner für Ihr Compliance-Projekt wählen?

Bei PIKON haben wir ein Kompetenzzentrum für gesetzliche Anforderungen eingerichtet, in dem unser Team aus erfahrenen Beratern stets über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen SAP Document Compliance und PEPPOL auf dem Laufenden ist. Wir verbinden unsere SAP-Expertise und unser fundiertes Wissen über die gesetzlichen Anforderungen mit der in zahlreichen Projekten gesammelten Erfahrung, um Sie bei Ihrer strategischen Roadmap zur digitalen Transformation und zur Einhaltung länderspezifischer gesetzlicher Anforderungen zu unterstützen. Wenn Sie Fragen haben oder besprechen möchten, wie PIKON Sie bei Ihrem Business Case unterstützen kann, zögern Sie nicht, unten einen Kommentar zu hinterlassen oder ein Web-Meeting anzufordern. Ich helfe Ihnen gerne weiter und melde mich so schnell wie möglich bei Ihnen.

Weitere Informationen zu zusätzlichen Vorschriften in Norwegen

Die elektronische Rechnungsstellung ist nur ein Teil der Compliance-Anforderungen in Norwegen. Unternehmen müssen zudem die SAF-T-Meldepflichten (Standard Audit File for Tax) erfüllen, die die Übermittlung strukturierter Buchhaltungsdaten im XML-Format an die norwegischen Steuerbehörden vorschreiben.

Dieser Artikel erläutert, wie Sie die SAF-T-Vorschriften in SAP ERP und SAP S/4HANA einhalten können, einschließlich:

  • Wie Sie SAF-T-Dateien direkt aus Ihrem System generieren
  • Das erforderliche XML-Format und die Übermittlung über Altinn
  • Wichtige Einrichtungsschritte und SAP-Konfigurationsanforderungen

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Sollten Sie Fragen zu den norwegischen e-Rechnung Vorschriften haben oder an einer Systemdemo zum Ablauf der e-Rechnung interessiert sein, zögern Sie bitte nicht, ein Online-Meeting anzufragen oder einen Kommentar im Kommentarbereich unten zu hinterlassen. Wir helfen Ihnen gerne weiter und melden uns so schnell wie möglich bei Ihnen.

Tanja Nikolaus
Tanja Nikolaus
Customer Success Manager

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Über den Autor
Hanna Makuch
Hanna Makuch
Hanna Makuch ist SAP ERP Consultant bei PIKON Benelux in Genk, Belgien. Neben ihrem Schwerpunkt auf den Modulen Finanzen und Controlling ist sie auch in verschiedene E-Invoicing & Tax Reporting Projekte involviert.

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