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RTIR Ungarn: B2B E-Rechnung mit SAP DRC effizient umsetzen

Seit dem 1. Januar 2021 sind Unternehmen, die in Ungarn tätig sind, verpflichtet, die RTIR (Real-Time Invoice Reporting) einzuhalten. Dies umfasst nicht nur B2B-E-Invoicing-Anforderungen, sondern auch weitere B2C-E-Invoicing-Vorschriften, die von der NAV (Nemzeti Adó- und Zollbehörde Ungarns) vorgegeben werden.

Aus technischer Sicht muss eine XML-Datei im Format Version 3.0 in Echtzeit an die Plattform NAV Online Számla übermittelt werden, wodurch die Steuerbehörde Rechnungsdaten unmittelbar bei Ausstellung validieren und überwachen kann.

Im Februar 2026 haben die NAV und das Ministerium für Nationale Wirtschaft bestätigt, dass strukturiertes inländisches B2B-E-Invoicing schrittweise ab 2028 eingeführt wird. Dieses wird das aktuelle RTIR-System ersetzen. Für Ihr Unternehmen bedeutet dies, dass Sie eine zukunftssichere SAP-Lösung benötigen, die sich einfach verwalten und aktualisieren lässt, um langfristig Compliance sicherzustellen und hohe Strafen bei Nichteinhaltung zu vermeiden.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum wir SAP Document & Reporting Compliance empfehlen, um Ihr SAP-System und Ihre E-Invoicing-Prozesse langfristig konform mit den neuesten ungarischen E-Invoicing-Vorschriften zu halten.

Ungarn RTIR: Zeitplan vom NAV-Mandat 2018 bis zu zukünftigen Entwicklungen

 

Wie bereits in unserem vorherigen Blogbeitrag erwähnt, war Ungarn weltweit einer der ersten Anwender von E-Invoicing. 2018, wie in der folgenden Grafik gezeigt, starteten die ersten B2B-Anforderungen, zu denen ein maschinenlesbares XML-Format (Version 1.0) gehörte. Ziel war es, Rechnungen, die einen Wert von 100.000 HUF (320 €) überschreiten, in Echtzeit elektronisch zu übermitteln. Fakturierung und Berichterstellung waren jedoch zwei unterschiedliche Prozesse.

Am 1. Juli 2020 folgte ein Update für die E-Invoicing Anforderungen. Dieses beinhaltete ein neues XML-Format (Version 2.0). Ab diesem Zeitpunkt mussten steuerbefreite Transaktionen (Ausnahme innergemeinschaftliche Transaktionen) und inländische Transaktionen übertragen werden, die dem Reverse-Charge-Verfahren unterliegen. Außerdem entfiel die Meldeschwelle von 100.000 HUF pro Rechnung. Darüber hinaus konnten ab da auch eingehende Rechnungen im NAV-Portal eingesehen werden.

Ab dem 1. Januar 2021 tritt, mit einer gewährten Übergangsfrist bis 31. März 2021, eine neue Version 3.0 in Kraft. Wie man sieht, verfolgt die ungarische Steuerbehörde eine Strategie der schnellen Anpassung: die Version 2.0 wurde erst im Jahr 2020 eingeführt. Die neue Anforderung umfasst Rechnungen an Privatpersonen (B2C) sowie Export- und innergemeinschaftliche Transaktionen. Ab dem 1. April 2021, wenn die Übergangsfrist endet, kann nur noch die neue XSD (XML Schema Definition, Version 3.0) eingereicht werden und Version 2.0 wird vom NAV nicht mehr akzeptiert. Mit anderen Worten, ab diesem Datum kommt es bei Nichteinhaltung zu Strafen bis zu 500.000 HUF (1.700 €) pro Rechnung.

Während das aktuelle RTIR-System weiterhin besteht, haben einige Änderungen stattgefunden. Am 1. Juli 2025 wurde das ungarische B2B-E-Invoicing-Mandat auf alle Geschäftstransaktionen im Strom- und Erdgasbereich ausgeweitet. Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Verpflichtung auch für die Wasserversorgung im Großhandel bzw. in der öffentlichen Versorgung. Im Rahmen dieses Mandats werden Buchhaltungsdokumente weiterhin in Echtzeit über RTIR übermittelt, jedoch werden bestimmte Felder im XML-Format anders befüllt oder neu hinzugefügt. Beispielsweise ein Feld, das das Dokument als E-Rechnung kennzeichnet, oder ein Hash-Wert zur Verschlüsselung des Dokuments.

Der rechtliche Rahmen schreibt kein spezifisches E-Invoicing-Format oder Übermittlungsverfahren vor. Es kann jedes von der NAV akzeptierte Format verwendet werden. Sofern alle erforderlichen Felder vorhanden sind, sollte Ihr Kunde die E-Rechnung auf der Plattform finden und herunterladen können.

Im Februar 2026 hat die NAV die schrittweise Einführung von strukturiertem B2B-E-Invoicing ab 2028 angekündigt. Dieses wird E-Invoicing und E-Reporting kombinieren und damit das bestehende RTIR-System ersetzen. Es wird verpflichtend für inländische und grenzüberschreitende B2B-Transaktionen im Rahmen des europäischen ViDA-Pakets. Peppol wird dabei als primäre Methode für den Austausch von E-Rechnungen eingesetzt.

Demo und Angebot

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SAP DRC als Lösung für die Einhaltung der aktuellen ungarischen RTIR- und B2B-E-Invoicing-Anforderungen

Um die bestehenden und neuen ungarischen RTIR-E-Invoicing-Vorschriften einzuhalten, empfehlen wir die SAP-Lösung SAP Document & Reporting Compliance. SAP DRC ist eine strategische, integrierte SAP-Lösung, die sowohl mit SAP ECC als auch mit SAP S/4HANA arbeitet und Ihre SAP-Finanzprozesse vollständig konform mit den ungarischen Vorschriften macht.

SAP hat diese Lösung entwickelt, um nicht nur die ungarischen RTIR-Anforderungen zu erfüllen, sondern auch zahlreiche weitere länderspezifische gesetzliche Anforderungen weltweit abzudecken, wie z. B. SII in Spanien, SDI in Italien, CFDI und Complemento de Pago in Mexiko, RTIR und EKAER in Ungarn, DIAN in Kolumbien, E-Invoicing und E-Archiving in der Türkei, MyDATA in Griechenland usw. Alle implementierten länderspezifischen Anforderungen lassen sich zentral über das SAP eDocument Cockpit verwalten, das eine zentrale Rolle innerhalb von SAP Document Compliance einnimmt.

Mit SAP Document Compliance erhalten Sie eine End-to-End-Lösung, die automatisch die erforderlichen XML-Dateien auf Basis der Quelldaten aus Ihren SD- oder FI-Abrechnungsbelegen generiert und diese – falls erforderlich – digital signiert. SAP Document Compliance kann mit SAP CPI oder mit Drittanbieter-EDI-Middleware-Systemen integriert werden, um die gesamte Datenübertragung mit den lokalen Steuerbehörden zu steuern.

Ein weiterer Vorteil von SAP Document Compliance ist seine Flexibilität. Verschiedene SAP BAdIs (Business Add-Ins) stehen zur Verfügung, um die Standard-XML-Struktur und das PDF-Mapping anzupassen, E-Mail-Inhalte und Empfänger zu ändern oder den Kundenrückmeldeprozess teilweise zu automatisieren. Wir haben SAP Document Compliance bereits an zahlreiche kundenspezifische Anforderungen angepasst.

Wenn Sie eine spezifische geschäftliche Anforderung haben, die in Ihrem ungarischen SAP-Finanzprozess umgesetzt werden muss, lassen Sie es uns gerne in den Kommentaren wissen. Wir prüfen gerne, wie sich diese in SAP Document Compliance integrieren lässt.

Der SAP DRC-Prozessablauf für RTIR-B2B-E-Invoicing-Anforderungen in Ungarn

SAP Document Compliance ist eine Lösung, um Ihr SAP-System konform mit den RTIR-B2B-E-Invoicing-Anforderungen in Ungarn zu machen. Die folgende Grafik veranschaulicht die verschiedenen End-to-End-Prozessschritte, die in SAP Document Compliance implementiert sind, um die Einhaltung der RTIR-E-Invoicing-Vorschriften sicherzustellen:

  1. Nachdem eine Rechnung (inkl. Buchhaltungsbeleg) in SAP SD oder SAP FI gebucht wurde, erzeugt die SAP DRC-Lösung automatisch ein entsprechendes SAP eDocument.
  2. Der RTIR-Prozess im eDocument Cockpit wird verwendet, um das eDocument an die NAV zu übermitteln. Beim Senden wird das eDocument innerhalb von SAP ERP (AIF-Schnittstelle) in das korrekte XML-Format konvertiert und an SAP Cloud Platform Integration (SAP CPI) weitergeleitet.
  3. SAP CPI leitet die XML-Datei an die NAV-Plattform weiter. Dies umfasst folgende Teilschritte:
  • Anforderung eines Tokens zur Authentifizierung bei der NAV.
  • Die ungarische Steuerbehörde bestätigt die Anfrage und stellt das erforderliche Token bereit.
  • Übermittlung des eDocuments zusammen mit dem Token.
  1. Nach Eingang des eDocuments validiert die NAV-Plattform dieses.
  • Ist das Dokument gültig, wird eine Registrierungs-ID vergeben.
  • Ist das Dokument ungültig, wird es von der NAV abgelehnt und eine Fehlermeldung bereitgestellt.
  1. Dieses Feedback wird über SAP CPI und SAP ERP zurück nach S/4HANA (eDocument Cockpit) übertragen. Der Status des eDocuments wird aktualisiert. Sie können wie folgt vorgehen:
  • Wird das eDocument genehmigt, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. In einer zweiten Projektphase (nach der Umstellung von E-Reporting auf E-Invoicing) wird es möglich sein, dass Kunden die genehmigte E-Rechnung direkt von der NAV-Plattform herunterladen können.
  • Wird das eDocument abgelehnt, sendet die NAV eine entsprechende Fehlermeldung. Je nach Meldung können Sie das eDocument stornieren (nach Stornierung des Quelldokuments) oder die Fehler korrigieren und das eDocument erneut übermitteln.

Hinweis:
Derzeit deckt die SAP DRC-Lösung ausschließlich das Real-Time Invoice Reporting (RTIR) ab, bei dem Rechnungsdaten an das staatliche NAV-Portal übermittelt werden und eine Rückmeldung (Genehmigung/Ablehnung) erfolgt. Aus rechtlicher Sicht können Unternehmen freiwillig entscheiden, ihre RTIR-Meldungen um zusätzliche Felder zu erweitern, sodass Kunden diese NAV-Übermittlungen ebenfalls elektronisch empfangen können (Erweiterung von RTIR E-Reporting zu RTIR E-Invoicing).

Diese optionale Erweiterung wird derzeit jedoch nicht von SAP DRC abgedeckt oder geplant. Das bedeutet, dass Unternehmen neben dem RTIR-Reporting an die Behörden ihre Rechnungen weiterhin außerhalb des eDocument Cockpits an Kunden versenden sollten (z. B. als SD-PDF, per E-Mail oder über Drittanbieterlösungen).

Die prozessualen und technischen Auswirkungen der ungarischen RTIR-E-Invoicing-Aktualisierung von 2021 auf Ihr SAP-System

Um die ungarischen RTIR-Vorschriften für E-Invoicing einzuhalten, müssen Sie sowohl die technischen als auch die prozessualen Auswirkungen auf Ihr SAP-System berücksichtigen. Die zwei größten Änderungen für Unternehmen durch diese Regelung sind:

  • Version 3.0 bietet die Möglichkeit, Rechnungsstellung und Reporting in einem einzigen Schritt durchzuführen.
  • Das neue XML-Schema (XSD 3.0) kann als gültige E-Rechnung verwendet werden. Dadurch werden nicht nur finanzielle Informationen im XML abgebildet, sondern auch alle vertriebsrelevanten Informationen müssen enthalten sein. Welche Änderungen sich konkret im XML-Format ergeben, wird im folgenden Abschnitt detailliert erläutert.

Wie in der untenstehenden Abbildung dargestellt, werden im aktuellen Prozess (Version 2.0) Rechnungen an Kunden gesendet und gleichzeitig erfolgt die Meldung an die ungarische Steuerbehörde (Schritt 1 + 2). Diese Vorgehensweise ist mit dem neuen XML-Schema (XSD 3.0) weiterhin möglich, allerdings besteht zusätzlich die Möglichkeit, den Prozess zu vereinfachen.

Mit dem neuen XML-Schema (XSD 3.0) können die Rechnungsstellung an den Kunden und die Meldung an die ungarische Steuerbehörde in einem einzigen Schritt erfolgen, wie im folgenden Prozess dargestellt (nur Schritt 1). Dabei werden nicht nur mehr Pflichtfelder erforderlich sein, sondern es wird auch entscheidend, die Anforderungen Ihrer Kunden stärker zu berücksichtigen.

Mit der Einführung der Version 3.0 können Organisationen das Echtzeit-Reporting als E-Invoicing zwischen Unternehmen nutzen. Mit anderen Worten: XML-Rechnungen, die von Unternehmen übermittelt wurden, können von deren Kunden heruntergeladen werden. In diesem Fall muss der Lieferant den vollständigen Dateninhalt der Rechnung bereitstellen und nicht nur einzelne Pflichtfelder.

Im Zusammenhang mit dem neuen XML-Schema (Version 3.0) umfasst das Reporting künftig auch Rechnungen an Privatpersonen (B2C) sowie Export- und innergemeinschaftliche Transaktionen.

Wie PIKON Sie bei der SAP RTIR E-Invoicing-Compliance in Ungarn unterstützt

PIKON hat ein Competence Center für gesetzliche Anforderungen aufgebaut, das länderspezifische rechtliche Vorgaben weltweit sowie deren Auswirkungen auf Ihr SAP-System untersucht. Dadurch stellen wir sicher, dass Ihr SAP-System und Ihre Geschäftsprozesse mit diesen unterschiedlichen nationalen Anforderungen konform sind.

Unser Expertenteam kombiniert SAP-Expertise mit tiefgehendem Wissen über End-to-End-Geschäftsprozesse sowie die technischen Anforderungen der ungarischen RTIR-Vorschriften und weiterer gesetzlicher Regelungen. Diese Erfahrung haben unsere Berater durch zahlreiche SAP Document & Reporting Compliance- sowie lokale Implementierungsprojekte weltweit gesammelt. Beispiele hierfür sind SDI in Italien, SII in Spanien, CFDI und Complemento de Pago in Mexiko, E-Invoicing in Frankreich, XRechnung und ZUGFeRD in Deutschland, E-Invoicing und E-Archivierung in der Türkei, DIAN in Kolumbien, MyDATA in Griechenland usw. Zusätzlich haben wir eigene SAP Compliance Add-Ons für MTD VAT in Großbritannien sowie die VAT-Whitelist in Polen entwickelt, um unseren Kunden die jeweils bestmögliche Lösung zu bieten.

Da uns unsere Kunden wichtig sind und wir möchten, dass Sie sich auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren können, verfolgen wir auch kontinuierlich neue und sich ändernde gesetzliche Anforderungen, die für Ihr Unternehmen relevant sind. Falls in Ihrem SAP-System Handlungsbedarf entsteht, informieren wir Sie proaktiv und bieten Ihnen unsere Unterstützung an. So sparen Sie sich den zeitaufwendigen Rechercheaufwand und stellen sicher, dass Ihr SAP-System jederzeit den relevanten Vorschriften entspricht.

Wenn Sie weitere Fragen zu den ungarischen RTIR- und B2B-E-Invoicing-Updates haben oder erfahren möchten, wie wir Sie bei der Compliance in Ihrem SAP-System unterstützen können, schreiben Sie gerne in die Kommentarsektion oder vereinbaren Sie ein Webmeeting mit uns.

Web-Meeting vereinbaren

Wenn Sie Fragen zu den Vorschriften für die e-Rechnungsstellung in Ungarn haben oder an einer Systemdemo zum Ablauf der elektronischen Rechnungsstellung interessiert sind, zögern Sie nicht, ein Webmeeting anzufordern oder einen Kommentar im Kommentarbereich unten zu hinterlassen. Wir helfen Ihnen gerne weiter und melden uns so schnell wie möglich bei Ihnen.

Tanja Nikolaus
Tanja Nikolaus
Customer Success Manager

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Über den Autor
Manon Schreurs
Manon Schreurs
Manon Schreurs ist SAP ERP Beraterin bei PIKON Benelux in Genk, Belgien. Neben ihrem Schwerpunkt auf den Modulen Finanzen und Controlling ist sie auch in verschiedenen E-Invoicing Projekte involviert.

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