Aktuelles zum Mandat
Am 24. März 2026 verabschiedete der spanische Ministerrat ein Königliches Dekret zur Einführung der verpflichtenden strukturierten elektronischen Rechnungsstellung im Rahmen des Programms „Crea y Crece“. Dies ist ein bedeutender Schritt in Richtung digitaler Steuerkonformität und Echtzeit-Meldungen in Spanien.
Die Verordnung soll schrittweise umgesetzt werden, ausgelöst durch einen in Kürze erscheinenden Ministerialerlass:
- 12 Monate nach dem Ministerialerlass: Obligatorische elektronische Rechnungsstellung für große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 8 Millionen Euro
- 24 Monate nach dem Ministerialerlass: Obligatorische elektronische Rechnungsstellung für alle übrigen Steuerzahler
Die Einführung der E-Rechnungspflicht in Spanien soll nach aktuellem Stand gemäß folgendem Zeitplan erfolgen:
- Oktober 2026: Inkrafttreten der Verordnung
- August 2027: Go-Live der öffentlichen E-Invoicing-Plattform
- Oktober 2027: Verpflichtende Nutzung von E-Invoicing für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 8 Millionen Euro
- Oktober 2028: Verpflichtende Nutzung von E-Invoicing für alle Unternehmen
In den ersten 12 Monaten müssen Aussteller von elektronischen Rechnungen ihren elektronischen Rechnungen eine PDF-Übersetzung beifügen, für diejenigen Empfänger, für die noch keine Verpflichtung besteht.
Die spanischen B2B-Anforderungen
Im September 2022 veröffentlichte die spanische Regierung das Gesetz „Crea y Crece“ und unternahm damit erste Schritte in Richtung einer Verpflichtung zur elektronischen Rechnungsstellung im B2B-Bereich. In seiner derzeitigen Form wird „Crea y Crece“ parallel zu den SII- und VERI*FACTU-Grundsätzen bestehen, nach denen spanische Unternehmen seit 2017 mehrwertsteuerrelevante Informationen an ihre Regierung melden. Im Folgenden berichten wir kurz darüber, was derzeit über die neuen „Crea y Crece“-Anforderungen bekannt ist und was SAP anbieten wird, um diese zu erfüllen.
Als Vorreiter in Europa betrat Spanien 2017 mit der Einführung des Prinzips des „Suministro Inmediato de Información del IVA“ (SII) den bisher hauptsächlich von Lateinamerika dominierten Bereich der eDocuments. SII ist ein elektronisches B2G-Meldesystem in nahezu Echtzeit, das die elektronische Übermittlung aller mehrwertsteuerrelevanten Informationen aus B2B-Transaktionen an die spanischen Steuerbehörden („Agencia Estatal de Administración Tributaria“ oder AEAT) regelt. Der Hauptzweck besteht darin, ein Instrument im Kampf gegen die Steuerhinterziehung in Spanien zu haben. Neben der zusätzlichen Kontrolle für die spanische Regierung zielt SII jedoch auch darauf ab, den spanischen Unternehmen zu helfen, ihre Daten für die Mehrwertsteuererklärungen schneller und präziser zu erhalten und etwaige Erstattungsverfahren zu beschleunigen. Weitere Informationen zu SII und der Lösung von SAP für SII-Anforderungen finden Sie in unserem früheren Blogartikel: SII Spanien: Umsatzsteuermeldung mit SAP Document Compliance
Im September 2022 hat Spanien den Digitalisierungsprozess beschleunigt. Mit dem Gesetz „Crea y Crece“ („Schaffe und Wachse“, Gründung und Wachstum von Unternehmen) schreiben die spanischen Behörden die Verwendung elektronischer Rechnungen bei allen Transaktionen von Unternehmen und Freiberuflern vor. Das neue Gesetz soll nicht nur die Digitalisierung Spaniens beschleunigen, sondern auch die Transparenz für Staat und Unternehmen erhöhen und das Wachstum durch die Vermeidung von Zahlungsverzug und unnötigen Transaktionskosten fördern. Im Gegensatz zu SII, das nur für bestimmte Arten von Unternehmen galt (große Unternehmen, Firmengruppen, die der besonderen MWSt.-Regelung unterliegen oder im REDEME-Register eingetragen sind), richtet sich „Crea y Crece“ an alle spanischen Unternehmen und Freiberufler. Es wird schrittweise, zunächst für große Steuerzahler (Jahresumsatz von über 8 Millionen Euro) in 2027, dann für die breite Öffentlichkeit (voraussichtlich 2026) eingeführt. Während SII seine Zielbelegarten in Form von „Büchern“ darstellt (z. B. „LFRE“ – Buch der ausgehenden Rechnungen, „LRFR“ – Buch der eingehenden Rechnungen), fallen unter die neuen Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung zunächst alle B2B-Rechnungen, wobei nur bestimmte Fälle wie nicht ansässige Unternehmen, Auslandsgeschäfte oder vereinfachte Rechnungen ausgenommen sind. B2C-Transaktionen sind ebenfalls ausgeschlossen.
Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass alle spanischen Unternehmen mit einer festen Niederlassung ab Mitte 2024 in der Lage sein müssen, elektronische Rechnungen für ihre inländischen B2B-Transaktionen auszustellen, zu empfangen und nachzuverfolgen. Aus ersten Quellen wird jedoch die obligatorische Einbindung eines QR-Codes in die elektronische Rechnung sowie eine Aufbewahrungspflicht von mindestens drei Jahren erwähnt. Zu diesem Zweck dürfen gemäß dem neuesten Entwurf des Königlichen Dekrets vier Syntaxen des semantischen Modells EN 16931 verwendet werden: CII, UBL, EDIFACT und Facturae (spanisches Format, das in Spanien hauptsächlich für die B2G-E-Rechnungsstellung verwendet wird). QR-Codes und digitale Signaturen werden erforderlich sein. Für die Übermittlung von E-Rechnungen werden zwei Kanäle angeboten: akkreditierte private Plattformen, die untereinander frei interoperabel sein müssen, und eine kostenlose öffentliche Lösung, die von der spanischen Steuerbehörde AEAT betrieben wird. Steuerzahler können einen oder beide Kanäle nutzen, müssen jedoch in jedem Fall eine originalgetreue UBL-Kopie jeder Rechnung an die öffentliche Lösung senden. Die Betreiber privater Plattformen müssen in der Lage sein, elektronische Rechnungen zwischen allen vier unterstützten Formaten zu konvertieren und dabei die Integrität des Rechnungsinhalts zu gewährleisten. Rechnungsdaten müssen innerhalb von vier Tagen nach der Transaktion an die AEAT übermittelt werden.
Die öffentliche Plattform der AEAT wird sowohl als Archiv als auch als Instrument zur Zahlungsüberwachung dienen. Um den letztgenannten Zweck zu erfüllen – nämlich nicht nur den Rechnungsaustausch, sondern den gesamten Rechnungslebenszyklus abzudecken –, sind sowohl Lieferanten als auch Kunden verpflichtet, Statusaktualisierungen zu Rechnungen (z. B. Annahme oder Ablehnung der Handelsrechnung, Datum der vollständigen Zahlung) innerhalb von vier Kalendertagen nach Eintreten des Ereignisses elektronisch an die öffentliche Plattform zu übermitteln.
Wir werden diesen Blogartikel aktualisieren, sobald neue rechtlichen Anforderungen veröffentlicht werden.
Welche SAP-Lösung ist zu erwarten?
SAP hat bereits angekündigt, dass sie eine Lösung zur Verfügung stellen werden, obwohl das Veröffentlichungsdatum noch nicht bekannt gegeben wurde. Es ist jedoch davon auszugehen, dass SAP, ähnlich wie bei der Lösung für SII Spanien, Document & Reporting Compliance für die B2B eInvoicing-Anforderungen des Landes nutzen wird. SAP Document & Reporting Compliance ist eine integrierte SAP-Gesamtlösung, die eine langfristige End-to-End-Compliance mit verschiedenen länderspezifischen gesetzlichen Anforderungen in der ganzen Welt anstrebt (z.B. SII Spanien, SDI Italien, CFDI Mexiko, RTIR und EKAER Ungarn). Mit SAP Document & Reporting Compliance und dem SAP eDocument Cockpit werden die von den Behörden geforderten Dateien automatisch aus den Quellinformationen in Ihrem System erzeugt. Über das eDocument Cockpit können Sie die eRechnungen einfach an die Behörden und Kunden übermitteln und deren Status verfolgen.
Wir aktualisieren diesen Blog-Beitrag, sobald weitere Informationen über die geplante Lösung von SAP verfügbar sind.
Webmeeting legale Anforderungen Spanien
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Mehr InformationenSo kann PIKON Ihnen helfen
Mit dem PIKON Competence Center for Legal Requirements sind wir ein strategischer Partner, der sicherstellt, dass Ihr SAP-System und die Geschäftsprozesse langfristig die unterschiedlichen länderspezifischen gesetzlichen Anforderungen weltweit erfüllen. Wir verfügen über ein Expertenteam, das SAP-Fachwissen mit fundierten Kenntnissen des gesamten rechtlichen Prozesses und der technischen Anforderungen von Spanien und vielen anderen Ländern verbindet. Diese Erfahrung haben wir durch unsere zahlreichen Projekte mit SAP Document & Reporting Compliance und mit lokalen Implementierungsprojekten weltweit gesammelt. Um nur einige Beispiele aufzuführen: SDI in Italien, SII in Spanien, CFDI und Complemento de Pago in Mexiko, RTIR und EKAER in Ungarn, XRechnung in Deutschland, die verschiedenen gesetzlichen Anforderungen in der Türkei, usw. Wir haben auch unsere eigenen SAP Compliance Add-Ons entwickelt, z. B. MTD VAT in Großbritannien und die VAT Whitelist in Polen. Darüber hinaus haben wir stets ein Auge auf neue und sich ändernde gesetzliche Anforderungen und informieren unsere Kunden, wenn Handlungsbedarf besteht. So muss sich Ihr Unternehmen nicht selbst um alle rechtlichen Anforderungen kümmern, und Sie können sich auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren.
Whitepaper "Spanien SII VS. Crea y Crece"
Dieses Whitepaper bietet eine detaillierte Analyse der spanischen Vorschriften Suministro Inmediato de Información (SII) und Crea y Crece, die für Unternehmen in Spanien relevant sind. Es erklärt die wichtigsten Unterschiede und gibt praktische Anleitungen zur Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen. Durch das Herunterladen des Dokuments erhalten Unternehmen wertvolle Einblicke, um ihre Steuerberichterstattung und Rechnungsstellung effizient und rechtskonform zu gestalten.
